Die Gewinner des 19. eGovernment-Wettbewerbs zeigen, wie digitale Innovationen die öffentliche Verwaltung revolutionieren. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz, die agile Transformation der Verwaltung und schnelle Lösungen zur Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG) sind die Top-Themen des diesjährigen Wettbewerbs. Eine hochkarätig besetzte Jury hat die besten Projekte ausgewählt. In einem öffentlichen Online-Voting haben zudem die Bürgerinnen und Bürger ihr Lieblingsprojekt ausgezeichnet.

Berlin, 23. September 2020 — Stadtverwaltungen bis hin zu Bundesbehörden – die Zukunft der öffentlichen Verwaltung ist digital. Das stellen die Gewinner des diesjährigen eGovernment-Wettbewerbs von BearingPoint und Cisco eindrucksvoll unter Beweis. Die Siegerprojekte in den verschiedenen Kategorien fokussieren auf technologische und organisatorische Innovationen wie Künstliche Intelligenz und agile Arbeitsweisen. BearingPoint prämierte die Gewinner gemeinsam mit Cisco in einer feierlichen Preisverleihung in Verbindung mit dem 25. Ministerialkongresses am 22. September in Berlin.

Dorothee Bär

Die Projekte der Finalisten zeigen eindrucksvoll, welche Potenziale in der Digitalisierung der öffentlichen Hand stecken. Deshalb ist die Förderung der digitalen Verwaltung ein wichtiger Bestandteil des Konjunkturpakets der Bundesregierung.

Dorothee Bär, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Gewinnerprojekte bringen moderne Technologien und Methoden erfolgreich zum Einsatz

Mit dem Projekt „Cloudbasiertes Gebäudemanagement“, das von der Jury mit dem Preis für das beste Infrastrukturprojekt ausgezeichnet wurde, gelingt dem Bundesministerium der Verteidigung ein nachhaltiges und effizientes Management der Bundeswehrimmobilien über den gesamten Lebenszyklus. Dieser Ansatz überzeugte auch beim für alle Bürgerinnen und Bürger offenen Online-Voting, sodass das BMVg auch den Publikumspreis mit nach Hause nehmen konnte.

Das beste Modernisierungsprojekt „Startup Bauhof“ der Stadt Herrenberg zeigt eindrucksvoll, wie durch agile Organisationsformen die Identifikation mit dem Arbeitsplatz gestärkt wird und eigenverantwortliches Arbeiten praktisch nutzbare Innovationen generiert.

Mit der Einführung eines „Universalprozesses“ hat das Land Baden-Württemberg in einer ersten Ausbaustufe eine Vielzahl von OZG-relevanten Dienstleistungen digital nutzbar gemacht. Dafür gab es den Preis für das beste Projekt zur Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes.

Die „Digitalstrategie Hamburg“ - hat die gesamte Stadt im Blick und macht deutlich, wie mittels einer „Strategie aus einem Guss“ eine zwischen den Akteuren der Stadt abgestimmte Digitalisierung vorangebracht wird. Dafür erhielt die Stadt Hamburg die Auszeichnung für das bestes Kooperationsprojekt.

Eine organisationsübergreifende Vernetzung von Akteuren, die mit neuen Technologien experimentieren, fördert das „Netzwerk Digitale Nachweise“, das ebenfalls mit dem ersten Preis in der Kategorie bestes Kooperationsprojekt ausgezeichnet wurde. Koordiniert wird das Netzwerk vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Preis für das beste Projekt zum Einsatz innovativer Technologien ging an die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Diese setzt erfolgreich Künstliche Intelligenz ein, um die massenhaft zu bewältigenden Vorabprüfungen im Regressmeldeverfahren weitgehend zu automatisieren und so den Aufwand für alle Beteiligten signifikant zu reduzieren.

Die Auszeichnung für das beste Digitalisierungsprojekt in Bund, Ländern und Kommunen ging an das Österreichische Bundesjustizministerium. Mit „JustizOnline“ eröffnet das Ministerium allen Prozessbeteiligten eine vollständige Akteneinsicht, sodass aufwändige Vor-Ort-Termine entfallen.

Jon Abele

Die Gewinnerprojekte zeigen, dass die agile Transformation von Behörden der Turbo für die weitere Digitalisierung unserer Verwaltung ist und dass durch agile Arbeitsweisen mehr Ideen für nutzbringende Digitalisierungsprojekte entstehen. Jetzt wird es darum gehen, dass die mutig voranschreitenden Wettbewerbsgewinner möglichst viele Nachahmer finden.

Jon Abele, Partner und Leiter Public Services bei BearingPoint.

Jonas Rahe

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist für Behörden kein Fremdwort mehr. Die Finalisten zeigen, dass KI in allen Verwaltungsebenen schnell praktischen Nutzen für Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft generiert und gleichzeitig die verwaltungsinterne Arbeit modernisiert.

Jonas Rahe, Sales Executive bei Cisco Deutschland.

Die Preisträger 2020 im Überblick

Bestes Projekt zur Umsetzung des OZG

„Universalprozess E-Government-Plattform www.service-bw.de“ / Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg

Jury-Zitat Franz-Reinhard Habbel, Publizist und Autor, ehemals Sprecher des DStGB und Gründer Innovators Club: „Um die mehr als 1000 Kommunen und weitere Behörden in Baden-Württemberg OZG-fähig zu machen, ist das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg einen interessanten Weg gegangen und hat einen universell einsetzbaren digitalen Antragsprozess entwickelt. Alle Behörden im Land können auf der zentralen E-Gov Plattform www.service-bw.de die Dienste nutzen und den Bürger/innen und Unternehmen anbieten. Das OZG kann somit flächendeckend im Land schnell umgesetzt werden. Wieder einmal zeigt sich Baden-Württemberg als Vorreiter der Digitalisierung in Deutschland.“

Bestes Projekt zum Einsatz innovativer Technologien

„Einsatz von KI zur Steuerung der Fallprüfung im Regressmeldeverfahren“ / Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM)

Jury-Zitat Prof. Dr. Dagmar Lück-Schneider, Studiengangsleitung Verwaltungsinformatik HWR Berlin: „In diesem Projekt führt KI sinnvoll zu einer Teilautomatisierung und damit zu einer großen Aufwandsreduzierung bei massenhaft zu bewältigenden Vorabprüfungen. Das Vorgehen hat hohes Übertragbarkeitspotenzial.“

Bestes Digitalisierungsprojekt in Bund, Ländern und Kommunen

„JustizOnline“ / Bundesministerium für Justiz, Österreich

Jury-Zitat Manfred Klein, Chefredakteur eGovernment Computing: „Trotz aller Fortschritte, welche die öffentliche Verwaltung in den vergangenen Monaten erreicht hat – gerade die Justizverwaltungen in Deutschland tun sich mit der Digitalisierung immer noch schwer. Dass es auch anders geht, zeigt das Projekt JustizOnline des österreichischen Bundesministeriums für Justiz. Über JustizOnline können Bürgerinnen und Bürger, Rechtsanwälte und Notare zum Beispiel unkompliziert Anträge einreichen. Und das ohne, dass die Unabhängigkeit der Justiz, der Datenschutz oder Bürgerechte gefährdet wären. Zur Nachahmung unbedingt empfohlen.“

Bestes Modernisierungsprojekt

„Startup Bauhof“ / Stadt Herrenberg, Amt für Technik, Umwelt, Grün (TUG)

Jury-Zitat Ilona Benz, Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung beim Gemeindetag Baden-Württemberg: „Die Stadt Herrenberg ermöglicht mit ihrem Projekt „Start-up Bauhof“ einen Blick in die Glaskugel der öffentlichen Verwaltung. Die Jury ist davon überzeugt, dass selbstorganisierte Teams der Kern von Arbeit 4.0 in Behörden und Ämtern auf allen Ebenen in Deutschland sein werden. Heutige und zukünftige Generationen möchten für das Gemeinwohl arbeiten und dabei wollen sie gestalten! Die kreativen, reflektierten und selbständigen Macher lassen sich nicht in starre Strukturen und Hierarchien pressen. Anpassen sollten sich die Strukturen, nicht die Menschen. Herrenberg hat gezeigt, dass es funktionieren kann und damit alle anderen zum Mitmachen aufgefordert.“

Bestes Kooperationsprojekt

„Digitalstrategie für Hamburg“ / Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) – Senatskanzlei, Amt für IT und Digitalisierung (ITD)

Jury-Zitat Univ.Lekt. Christian Rupp, Vorstand im Nationalen E-Government Kompetenzzentrum und CIO des Joint eGov and Open Data Innovation Lab: „Eine erfolgreiche Digitalstrategie braucht einen Gesamtblick auf alle Teilbereiche. Die Digitalstrategie für Hamburg ist ein Vorzeigebeispiel, wie eine gemeinsame (ressort- und ämterübergreifende) Strategie in einem kooperativen Ansatz entwickelt werden kann.“

Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen „Netzwerk Digitale Nachweise“

Jury-Zitat Prof. Dr. Maria Wimmer, Forschungsbereich Verwaltungsinformatik, Universität Koblenz-Landau: „Das Netzwerk Digitale Nachweise schafft für alle Akteure einen gemeinsamen Raum, um mit neuen Technologien experimentieren zu können. Das Netzwerk unterstützt die Etablierung von Standards, sodass zum Beispiel im Bildungsbereich kompatible digitale Zeugnisformate eingeführt werden können.“

Bestes Infrastrukturprojekt sowie Publikumspreis

„Cloudbasiertes Gebäudemanagement mit BIM – optimierte Nachhaltigkeit und Effizienz im gesamten Lebenszyklus der Bundeswehrimmobilien“ / Bundesministerium der Verteidigung

Jury-Zitat Prof. Dr. Peter Parycek, Mitglied im Digitalrat der Deutschen Bundesregierung, Leitung Kompetenzzentrum ÖFITDas Projekt: „Cloudbasiertes Gebäudemanagement der Bundeswehr“ zeichnet sich durch agile Entwicklung, Berücksichtigung der Bedarfe aller beteiligten Parteien in Bund und Ländern von ArchitektInnen bis Bauverwaltung und einer hohen Standardisierung aus. Darüber hinaus ist die nachhaltige Wirkung dieses Digitalisierungsprojekts hervorzuheben.“

Über den eGoverment-Wettbewerb
Organisiert wird der eGovernment-Wettbewerb seit 2000 von der Unternehmensberatung BearingPoint und dem Technologieanbieter Cisco. Über 80 Projektteams haben dieses Jahr ihre innovativen Vorhaben für den unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Helge Braun, Bundesminister und Chef des Bundeskanzleramts, stehenden Wettbewerb eingereicht. Mehr zum eGovernment-Wettbewerb unter www.egovernment-wettbewerb.de

Über Cisco
Cisco (NASDAQ: CSCO), der weltweit führende IT-Anbieter, hilft Unternehmen dabei, schon heute die Geschäftschancen von morgen zu nutzen. Durch die Vernetzung von Menschen, Prozessen, Daten und Dingen entstehen unvergleichliche Möglichkeiten. Aktuelle Informationen zu Cisco finden Sie unter
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Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 10.000 Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 75 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

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