Bitpanda dominiert den österreichischen Kryptomarkt, während klassische Banken beim Handel bislang kaum eine Rolle spielen.

Wien, 18. August 2026 – Für Kryptowährungen gehen Österreicherinnen und Österreicher bislang vor allem zu spezialisierten Plattformen. Klassische Banken spielen beim Handel mit digitalen Vermögenswerten dagegen kaum eine Rolle. Tatsächlich haben bislang nur rund drei Prozent diesen Weg gewählt.  Dabei wäre das Interesse vorhanden: 13 Prozent der Bevölkerung würden für ein Krypto-Investment ein Depot bei ihrer Hausbank nutzen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint.  

Damit ist die Diskrepanz bei Banken deutlich größer als bei anderen Zugangswegen. Knapp zwölf Prozent würden über einen Online-Broker investieren, rund zwölf Prozent direkt über eine Kryptobörse und gut neun Prozent über einen Krypto-Broker. Bei diesen Anbietern liegen Nutzungsbereitschaft und tatsächliche Nutzung wesentlich näher beieinander.

Bitpanda mit großem Abstand an der Spitze

Wer bereits Kryptowährungen handelt, setzt in Österreich vor allem auf spezialisierte Anbieter. Bei der Frage nach konkret genutzten Plattformen wird Bitpanda mit großem Abstand am häufigsten genannt. Mehr als vier von zehn Nennungen beim Handel entfallen auf den österreichischen Anbieter. Dahinter folgen Binance und Coinbase. Auch bei der Verwahrung liegt Bitpanda klar vorne.

Insgesamt entfällt der Großteil der Nennungen beim Handel auf Krypto-Plattformen und -Börsen. Neo-Broker, Neobanken und Trading-Apps bilden die zweite relevante Anbietergruppe. Klassische Banken kommen dagegen lediglich auf einen kleinen Anteil.

Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint

Der österreichische Kryptomarkt hat längst etablierte Kundenzugänge – und diese liegen heute überwiegend außerhalb der klassischen Banken. Spannend ist, dass gleichzeitig jede achte Person grundsätzlich über die eigene Hausbank investieren würde. Für Banken ist der Markt damit keineswegs verschlossen. Sie müssen allerdings entscheiden, ob und wie sie diesen Bedarf künftig bedienen wollen.

Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint

Österreich funktioniert anders als Deutschland

Auch im Vergleich mit Deutschland zeigt sich, wie eigenständig der österreichische Markt funktioniert. Während dort Trade Republic beim Handel und bei der Verwahrung von Kryptowährungen an der Spitze liegt, spielt der Anbieter in Österreich nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Hier prägt mit Bitpanda vielmehr ein heimischer Anbieter den Kundenzugang. Für Banken ist dieser Unterschied relevant: Strategien und Marktbeobachtungen aus Deutschland lassen sich nicht eins zu eins auf Österreich übertragen. Der Wettbewerb um die Kundenschnittstelle ist hier bereits anders verteilt.

Wer vom deutschen Kryptomarkt direkt auf Österreich schließt, greift zu kurz. Der Kundenzugang wird hier von anderen Anbietern besetzt. Für Banken bedeutet das, dass sie den österreichischen Markt aus seiner eigenen Struktur heraus betrachten müssen.

Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint

Hausbanken haben eine offene Flanke

Für BearingPoint zeigen die Ergebnisse vor allem eines: Die geringe Nutzung von Banken lässt sich nicht allein mit fehlendem Kundeninteresse erklären. Zwischen der grundsätzlichen Bereitschaft, über die Hausbank zu investieren, und der tatsächlichen Nutzung liegt ein deutlicher Abstand. Bei Krypto-nativen Anbietern fällt diese Lücke wesentlich kleiner aus.  Damit stellt sich für Banken zunehmend eine strategische Frage: Überlassen sie Handel und Verwahrung digitaler Vermögenswerte dauerhaft spezialisierten Plattformen oder bauen sie selbst einen Zugang für ihre Kundinnen und Kunden auf?

Der Kundenzugang ist heute klar verteilt, aber noch lange nicht endgültig vergeben. Die Zahlen zeigen ein konkretes Potenzial für Banken. Entscheidend wird sein, ob sie daraus ein Angebot machen, bevor sich die heutigen Nutzungsgewohnheiten weiter verfestigen.

Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint

Über die Studie

Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage von BearingPoint über das Marktforschungsinstitut YouGov. Für die Befragung wurden im Zeitraum 18. bis 29. Juni 2026 insgesamt 2.031 Personen in Deutschland, 1.003 in Österreich und 1.001 in der Schweiz befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die jeweilige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Die Umfrage wurde in vergleichbarem Set-up auch in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland durchgeführt und erlaubt die Ableitung von Entwicklungen.

Über BearingPoint

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation, indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie, Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten dabei in unterschiedlichsten Industrien – immer nah am Kunden. Spezialisierte SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Kunden.

Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

BearingPoint gehört zu den TIME World’s Best Companies und den Forbes World’s Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.

Weitere Informationen:

 

Banking & Capital Markets

NEW BANKING: Der Weg zu Effizienz und nachhaltigem Wachstum

Unsere Berater:innen im Bereich Banking & Capital Markets unterstützen Unternehmen bei ihrer Geschäftstransformation und Weiterentwicklung. Erfahren Sie mehr in unseren Insights oder treten Sie mit unseren Expert:innen in Kontakt.