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BP ist eines der führenden internationalen Öl- und Gasunternehmen mit Aktivitäten in den Geschäftsbereichen Exploration, Erschließung und Produktion (Upstream) sowie Verarbeitung und Vertrieb (Downstream). Die BP Europa SE ist mit rund 10.225 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Polen und Ungarn tätig. Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 wurde das Ruhr Oel Raffinerie Joint Venture mit dem russischen Mineralölunternehmen Rosneft aufgelöst. BP hat die vollständige Eigentümerschaft am Raffineriestandort Gelsenkirchen und am Lösungsmittelhersteller DHC Solvent Chemie übernommen. Im Gegenzug wurden Anteile an den Raffinerien Bayernoil, PCK Schwedt und MiRo Karlsruhe an Rosneft abgegeben.

Ziele des Projekts

Nach intensiven Überlegungen und veränderten strategischen Zielen von BP und Rosneft, beschlossen beide Unternehmen die Auflösung des Joint Ventures Ruhr Oel GmbH (ROG): Das Gemeinschaftsunternehmen bestand aus der Raffinerie Gelsenkirchen, Anteilen an den Raffinerien MiRo, PCK und Bayernöl sowie weiteren Vermögenswerten. Die Aufgabe umfasste auch die Unterstützung des Joint Venture-Partners Rosneft bei der Gründung und dem Aufbau eines eigenen Raffineriegeschäftes in Deutschland.

Das enorme Ausmaß des Projektvorhabens war der Führung von BP von Anfang an klar. Immerhin handelte es sich um ein Joint Venture mit Vermögenswerten im zehnstelligen Bereich, dessen Umfang sich über mehrere Länder und eine sehr vielfältige Raffinerie-Landschaft erstreckte. Die Aufteilung und Umstrukturierung sollte alles von der Vertragsabwicklung, der Festlegung zukünftiger Kooperationsbedingungen, der Bewertung der Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse und der Organisation als Ganzes umfassen.

Der Schlüssel zur Aufgliederung der Maßnahmen beider Unternehmen waren die Mitarbeiter. Der Übergang für 300 im Projekt Involvierten sollte sanft und reibungslos verlaufen. Sie wurden darin unterstützt, ihre Arbeitsmethoden und -abläufe zu optimieren und an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

Die Führungskräfte von BP diskutierten die beste Vorgehensweise der großen Entflechtung und ebneten den Weg in eine erfolgreiche Zukunft für das Unternehmen und seine Partner.

Die Vorgehensweise von BearingPoint

BP‘s Führung definierte und erarbeitete das Transigo-Projekt, um die Joint Venture-Auflösung abzuschließen. Dazu gehörten ein Governance-Prozess für die Entscheidungsfindung, Risiko- und Folgenabschätzung, Überwachung sowie die Zeitplanung und Entwicklung der Abspaltung.

BearingPoint arbeitete eng mit BP’s Projektführung und ‑verantwortlichen zusammen, um die verschiedenen Arbeitsteams in den drei Phasen der Auflösung zu unterstützen.

Während der Verhandlungsphase:

  • Das Team analysierte den Workstream-Input, um den Projektleitern Empfehlungen und Entscheidungsunterstützung zu bieten
  • Um ungewisse Komponenten im Projekt zu überwachen, wurde ein Annahmeprozess entwickelt
  • Dank der Organisation und detaillierten Dokumentation der Due Diligence-Untersuchung, die die Koordination von Frage- und Antwortrunden beinhaltete, wurde eine rechtzeitige Unterzeichnung gesichert

Für die Umsetzungs- und Übergangsphasen:

  • Verträge und Bedingungen wurden an die neuen Gegebenheiten angepasst und die interne, externe sowie die Kommunikation mit den Joint Venture-Ansprechpartnern gefördert. Dadurch wurden interne Arbeitsabläufe unterstützt und die Teams koordiniert
  • Durch Kontrollprozesse zur Übertragung von Daten an den strategischen Partner wurde nichts dem Zufall überlassen
  • Die Steuerung von Veränderungsprozessen und Übergabetätigkeiten wurde ermöglicht
  • Zudem konnte Rosneft unser Wissen über die allgemeine Projektarbeit nutzen, um das erste eigene Raffineriegeschäft auf dem deutschen Markt zu gründen
  • Mit dem Abschluss der Phase haben die Teams von BP erfolgreich das Unternehmen abgespalten, das für den Betrieb des Joint Ventures verantwortlich war

Nachdem der Fokus auf den Übergang (cutover) und anschließende Unterstützung der ersten Monate nach der Auflösung (Early Life Support) gelegt wurde, waren die Teams nach der Auflösung gut aufgestellt, um die operative Kontinuität und Integrität zu überwachen.

Messbare und nachhaltige Ergebnisse

Mithilfe gemeinsamer Anstrengungen wurde das Joint Venture innerhalb eines wirtschaftlichen Zeitrahmens aufgelöst, wobei 20 Prozent der Abwicklung des deutschen Raffinerievolumens verändert wurden. „Business as usual nach so kurzer Zeit hätten wir nie erwartet", so Markus Krieger, Leiter Projektabwicklung R&M, IT&S FVC Europe & Africa, BP.

Mit der Joint Venture-Restrukturierung konsolidierte BP 100 Prozent des Eigenkapitals der Gelsenkirchen-Raffinerie und der Lösemittel-Produktionsstätte DHC Solvent Chemie. Im Gegenzug wurde Rosneft Direktinhaber und erhöhte seine Beteiligungen an der Raffinerie Bayernöl von 12,5 auf 25 Prozent, der MiRO-Raffinerie von 12 auf 24 Prozent und an der PCK-Raffinerie von 35 auf 54 Prozent.

Im Ergebnis wurden BP’s Prozesse in Deutschland gestrafft. Dies führte zu optimierten Prozessen, ermöglichte die Umsetzung der Downstream-Strategie und sicherte Arbeitsplätze.

Insbesondere vereinfachte BearingPoint das zugehörige Dokumentenmanagement und unterstützte den Partner und die Due Diligence signifikant. Vor Fertigstellung wurden große Schritte unternommen, um die Geschäftsabläufe bei BP durch die Implementierung eines maßgeschneiderten Übernahmeprozesses zu reorganisieren. In der Tat führte eine sehr gute Annahmemodellierung und ‑vorbereitung zu einer erfolgreichen Entscheidung zum Go-live Ende Oktober und sicherte die rechtzeitige Auflösung des Joint Ventures bis zum Jahresende, 31. Dezember 2016. Insgesamt stellten sowohl die ausgezeichnete Vorbereitung als auch die arbeitsbereichsübergreifende Ausrichtung sicher, dass keine Störungen auftraten und die Fehlerrate entsprechend niedrig ausfiel. Eine interne Revision, eingebettet an jedem Kontrollpunkt, bestätigte ebenfalls den reibungslosen Ablauf.

Heute ist BP optimal gerüstet für eine erfolgreiche Zukunft.

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