• August 2026

Das Rennen um die digitale Zukunft des Geldes ist längst eröffnet, doch die DACH-Region läuft nicht im Gleichschritt. Unsere aktuelle BearingPoint-Studie zeigt: Während Kryptowährungen in Deutschland weiterhin eher vorsichtig betrachtet und genutzt werden, zeigen Österreich und insbesondere die Schweiz ein deutlich offeneres Bild.  


Zwischen Zurückhaltung und Aufbruch: Nutzung und Anlagebewertung im Ländervergleich 

Die DACH-Region agiert im Umgang mit Kryptowährung keineswegs homogen. Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die tatsächliche Nutzung. Während in Deutschland rund elf Prozent der Befragten angaben, Kryptowährungen zumindest gelegentlich zu nutzen, liegt Österreich mit 18 Prozent bereits kla darüber. Die Schweiz erreicht mit 23 Prozent den höchsten Wert und setzt sich damit deutlich ab. 

Die Unterschiede beschränken sich dabei nicht auf die Nutzung allein. Auch bei der Einschätzung von Kryptowährungen als Anlageform zeigt sich ein ähnliches Muster. Auch hier setzt sich die Schweiz mit rund 37 Prozent deutlich an die Spitze. Das Nachbarland Österreich zieht mit 28 Prozent vorbei, während in Deutschland 23 Prozent der Befragten Kryptowährungen als geeignete Anlage einschätzen.  

Staatliche Währungen und Gold bleiben der klare Stabilitätsanker 

Die wachsende Aufmerksamkeit für digitale Vermögenswerte geht nicht mit einer sinkenden Akzeptanz klassischer Währungen einher. Vielmehr geniessen staatliche Zahlungsmittel in allen drei Ländern weiterhin ein hohes Mass an Vertrauen. Die Ergebnisse zeigen, dass Offenheit für digitale Lösungen und das Bedürfnis nach institutioneller Stabilität kein Widerspruch sein müssen. 

In Deutschland halten 84 Prozent der Befragten staatliche Währungen für ein gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel. In Österreich liegt dieser Anteil bei 87 Prozent, in der Schweiz bei 80 Prozent. Staatliche Währungen bleiben damit in allen drei Ländern der klare Stabilitätsanker. 

Dennoch behalten klassischer Wertspeicher, wie zum Beispiel Gold, über alle Altersgruppen hinweg eine hohe Akzeptanz. Es wird beim Inflationsschutz deutlich häufiger als verlässlich eingeschätzt als Kryptowährungen:  

  • Deutschland: 51 Prozent  
  • Schweiz: 64 Prozent 
  • Österreich: 66 Prozent 

Die hohe Akzeptanz staatlicher Währungen schafft zugleich günstige Voraussetzungen für digitale Zentralbankwährungen (CBDC). Das Interesse an einer Nutzung im Alltag liegt in Deutschland bei 29 Prozent, in Österreich bei 38 Prozent und in der Schweiz bei 44 Prozent. Gold und staatliche Währungen behalten ihre starke Stellung, während Kryptowährungen zusätzliche Anlage- und Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Dies gilt insbesondere dort, wo das Vertrauen in öffentliche Institutionen vergleichsweise hoch ist. 

Infobox: Zentrale Einordnung 

  • Kryptowährungen gewinnen an Sichtbarkeit, ersetzen etablierte Wertspeicher aber nicht. 
  • Gold bleibt über alle drei Märkte hinweg der deutlich stärker akzeptierte Stabilitätsanker. 
  • Staatliche Währungen behalten eine sehr hohe Vertrauensbasis. 
  • Die Schweiz verbindet höhere Nutzung mit höherer Anlageakzeptanz und stärkerer strategischer Erwartung.  

Geschlecht, Bildung und Einkommen beeinflussen die Akzeptanz 

Kryptowährungen werden nicht von allen Bevölkerungsgruppen gleichermassen genutzt oder bewertet. Innerhalb des Ländervergleichs wird deutlich, dass sich die Nutzung und Akzeptanz nicht gleichmässig, sondern variierend nach Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und Einkommen verteilt.  

Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die Geschlechterverteilung. In Deutschland greifen 15 Prozent der Männer täglich bis gelegentlich auf Kryptowährungen zurück, aber nur 6 Prozent der Frauen. Ein vergleichbares Bild zeigt sich in Österreich mit 26 Prozent gegenüber 10 Prozent sowie in der Schweiz mit 31 Prozent gegenüber 15 Prozent. Die Unterschiede beschränken sich damit nicht auf einen einzelnen Markt, sondern die gesamte DACH-Region. 

Kryptowährungen sind vor allem ein Thema der jüngeren Generationen. Besonders dynamisch zeigt sich die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. In Deutschland nutzen 35 Prozent dieser Altersgruppe Kryptowährungen täglich bis gelegentlich, in Österreich sowie der Schweiz liegt der Anteil bei 36 Prozent. Damit bewegt sich die Nutzung junger Erwachsener in allen drei Ländern, trotz erkennbarer Unterschiede in der Gesamtbevölkerung, auf einem vergleichbaren Niveau.  

Auch Bildung und Einkommen wirken sich auf die Akzeptanz aus. Die deutsche Detailauswertung verdeutlicht, dass Personen mit höherer formaler Bildung und grösseren finanziellen Spielräumen Kryptowährungen deutlich häufiger als attraktive Anlageform bewerten: 

  • Einkommen: In Haushalten mit einem Nettoeinkommen von 4.000 Euro halten rund 37 Prozent Kryptowährungen für eine geeignete Anlage, in Haushalten unter 2.000 Euro nur rund 17 Prozent.  
  • Bildung: Befragte mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss bewerten Kryptowährungen zu rund 30 Prozent als geeignet, Personen mit Lehre oder vergleichbarem Abschluss nur zu rund 16 Prozent. 

Die Akzeptanz steigt somit insbesondere bei Haushalten mit höheren Einkommen sowie bei Akademikerinnen und Akademikern spürbar an.

Die strategische Dimension: Kryptowährungen im internationalen Finanzsystem 

Neben der aktuellen Nutzung untersucht die BearingPoint Studie auch die mögliche zukünftige Rolle von Kryptowährungen im internationalen Finanzsystem. Dabei zeigt sich, dass ein relevanter Teil der Bevölkerung digitalen Vermögenswerten langfristig eine strategische Bedeutung zuschreibt. 

32 Prozent der Befragten in Deutschland halten es für wahrscheinlich, dass Kryptowährungen künftig eine Rolle als internationale Handels- oder Reservewährung neben US-Dollar und Gold einnehmen. In Österreich teilen 36 Prozent diese Einschätzung, in der Schweiz 45 Prozent. 

Die Schweiz führt damit nicht nur bei Nutzung und Anlageakzeptanz, sondern auch bei der Einschätzung geopolitischer Relevanz.  

Fazit: Vertrauen, Regulierung und Nutzerfreundlichkeit zusammenbringen

Die Ergebnisse der BearingPoint-Studie zeigen: Kryptowährungen sind im Alltag kein Massenphänomen, aber längst mehr als ein Nischenthema. Deutschland bleibt zurückhaltend, Österreich zeigt wachsende Offenheit, die Schweiz setzt den stärksten Akzent bei Nutzung, Anlageakzeptanz und strategischer Erwartung. Der DACH-Markt entwickelt sich damit nicht linear, sondern differenziert – nach Ländern, Generationen und sozioökonomischen Faktoren. 

Über die Umfrage 

Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage von BearingPoint über das Marktforschungsinstitut YouGov. Für die Befragung wurden im Zeitraum 18. bis 29. Juni 2026 insgesamt 2.031 Personen in Deutschland, 1.003 in Österreich und 1.001 in der Schweiz befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschliessend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die jeweilige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Die Umfrage wurde in vergleichbarem Set-up auch in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland durchgeführt und erlaubt die Ableitung von Entwicklungen. 

Download der Infografik

  • Stimmungsbild Kryptowährungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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