Zürich, 26. Februar 2026 – Die europaweite Zahlungsverkehrsstudie der Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt: Die Häufigkeit der Bargeldnutzung ist in Europa über die letzten drei Jahre kontinuierlich zurückgegangen. Die Schweiz weist mit 61% Bargeldnutzung ein im europäischen Kontext mittleres Niveau auf und liegt damit deutlich über den nordischen Ländern, jedoch unter Ländern mit traditionell hoher Bargeldnutzung wie Deutschland und Österreich. Erwartungsgemäss liegt die häufigste Nutzung in der Altersgruppe 55+ in mehreren Ländern. Auffällig ist jedoch, dass auch die digital affine Altersgruppe zwischen 18-24 Jahren mit 64% in Deutschland bzw. 57% in Österreich weiterhin häufig Bargeld nutzt. In Nordeuropa ist die Häufigkeit der Nutzung von Bargeld am geringsten: In Schweden (25%), Dänemark (32%) und Finnland (42%) weisen die tiefsten Werte auf.
Auch langfristig zeichnet sich keine deutliche Abkehr vom Bargeld ab: 64% der Befragten in Deutschland können sich eine Abkehr vom Bargeld in den nächsten zehn Jahren nicht vorstellen. Auch in der Schweiz bleibt Bargeld ein relevanter Bestandteil des Zahlungsalltags, trotz zunehmender Nutzung digitaler Zahlungsmittel. Selbst in stark digitalisierten Ländern wie Dänemark, Schweden und Finnland können sich rund 40% der Befragten keine Abkehr vom Bargeld in den nächsten 10 Jahren vorstellen.
Im Länderdurchschnitt würde rund jede dritte Person den Digitalen Euro nutzen. Gleichzeitig sind 42% unentschlossen, - ein deutliches Entwicklungspotenzial. In Österreich würde der Digitale Euro mit ca. 40% am häufigsten genutzt werden und in den Niederlanden mit unter 27% am niedrigsten. In Ländern ausserhalb der Eurozone wurde statt des Digitalen Euro digitales Zentralbankgeld abgefragt (Central Bank Digital Currency - CBDC). In den nordischen Ländern würde digitales Zentralbankgeld mit 21 % in Dänemark und 22 % in Schweden primär als Bargeldergänzung genutzt. In der Schweiz liegt dieser Wert mit 37 % der Wert deutlich höher.
Die Ergebnisse zeigen, dass Bargeld in der Schweiz nach wie vor ein fester Bestandteil des Zahlungsalltags ist. Die aktuelle Diskussion im Zusammenhang mit der Bargeldinitiative macht deutlich, dass der Zugang zu Bargeld und die Wahlfreiheit bei Zahlungsmitteln hierzulande aufmerksam verfolgt werden. Gleichzeitig nimmt das Interesse an digitalen Zentralbanklösungen zu. Digitale Währungen wie der Digitale Euro oder CBDCs werden dabei primär als Ergänzung zu bestehenden Zahlungsmitteln wahrgenommen – vorausgesetzt, Sicherheit, Datenschutz und Freiwilligkeit sind gewährleistet.
Katharina Casanova, Partner Financial Services Schweiz bei BearingPoint
Im Länderdurchschnitt ist das Online-Shopping, wie im Vorjahr, der präferierte Anwendungsfall mit 37% für den Digitalen Euro und 31% für CBDCs. Irland ist beim Digitalen Euro mit 44% Spitzenreiter in der Kategorie Online Shopping, gefolgt von Finnland mit 40%. Der zweitwichtigste Anwendungsfall ist das Einkaufen im stationären Handel, mit 28% für den Digitalen Euro und 22% für CBDCs.
Die wichtigste Voraussetzung für die Nutzung des Digitalen Euro ist eine kostenlose Anwendung (41 %). Darauf folgt eine flächendeckende Akzeptanz rund um die Uhr (35%). Hohe Benutzerfreundlichkeit ist hingegen nur für knapp jede fünfte Person ausschlaggebend.
Hausbanken geniessen das höchste Vertrauen bei der Speicherung und Verarbeitung von Transaktionsdaten – besonders im Euro-Raum: In Ländern des Euroraums liegt das Vertrauen in die eigene Hausbank mit 41% am höchsten und übertrifft deutlich das Vertrauen in die EZB/Zentralbanken. Technologiedienstleistern wie Apple und Google würden beim Digitalen Euro/CBDC nur 4% der Befragten ihre Transaktionsdaten anvertrauen. Banken bleiben damit der zentrale Vertrauensanker für den Digitalen Euro.
Die Umfrage zeigt, dass digitale Zentralbankwährungen wie der Digitale Euro in der täglichen Diskussion angekommen sind. Ein wesentliches Argument für den Digitalen Euro ist auch, eine Alternative zu nicht-europäischen Zahlverfahren zu schaffen und so eine stärkere europäische Unabhängigkeit zu erreichen. Neben der reinen Zahlungsfunktion scheint in einer Ausbaustufe die Nutzung von Innovationspotential gegeben. Das kann zu einem wichtigen Beitrag für die Leistungsfähigkeit der europäischen Wirtschaft werden und Impulse für Wachstum setzen.
Dr. Robert Bosch, Globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage, an der zwischen dem 10. und 17. Dezember 2025 insgesamt 10.123 Personen in Österreich (1.000), der Schweiz (1.000), Deutschland (2.026), Dänemark (1.023), Finnland (1.009), Frankreich (1.052), Irland (1.001), den Niederlanden (1.003) und Schweden (1.009) teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren.
Die Umfrage wurde von BearingPoint konzipiert und über das Marktforschungsinstitut YouGov in den neun genannten Ländern durchgeführt. Die Ergebnisse wurden von den BearingPoint Payments-Experten analysiert und in einen Gesamtzusammenhang gebracht. BearingPoint führt die Umfrage bereits seit 2019 regelmässig durch.
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