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Zürich, 26. April 2012 – Eine Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint (www.bearingpoint.com) innerhalb der europäischen Automobilindustrie hat ergeben, dass die grosse Mehrheit der Unternehmen Free and Open Source Software (FOSS) einsetzt. Gleichzeitig zeigt die Studie Defizite im Bereich der FOSS Steuerungs- und Management-Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. Für die Studie wurden Automobilhersteller (OEMs), Tier1-Lieferanten und Softwarehersteller befragt, die, gemessen an ihrem Umsatz, 50 Prozent der europäischen Automobilindustrie repräsentieren. Als Gründe für die Verwendung von FOSS nannten die befragten Unternehmen unter anderem: Wettbewerbsdifferenzierung, reduzierte Entwicklungskosten, flexible Anpassungsmöglichkeiten und die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern.

Die BearingPoint-Studie wurde mit wissenschaftlicher Unterstützung von Prof. Dr. Dirk Riehle, Leiter des Open Source Instituts der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt. „Wir freuen uns, diese BearingPoint-Studie wissenschaftlich begleitet zu haben. In unserer Arbeit finden wir, dass immer noch Aufklärungsbedarf zur Bedeutung von Open-Source-Software herrscht“, so Prof. Dirk Riehle. „Diese Studie leistet hier einen wichtigen Beitrag. Sie klärt für die Automobilindustrie, wo Unternehmen stehen und welche Chancen und Risiken sie in Open Source sehen. Somit schafft sie Einsicht in den Stand der Kunst, hilft Unternehmen voneinander zu lernen, und legt offen, dass Open Source ein wichtiger Bestandteil einer jeden Softwarestrategie sein sollte.“

Obwohl 59 Prozent der Studienteilnehmer FOSS in ihren Produkten verwenden und weitere 35 Prozent eine Verwendung in Erwägung ziehen, verfügt die grosse Mehrheit über kein strukturiertes Compliance Management oder eine automatisierte Kontrolle beim Einsatz von FOSS. Während viele Unternehmen Prozesse etabliert haben, um die traditionelle Softwareentwicklung zu steuern und entsprechende Anforderungen zu managen, kontrollieren nur sehr wenige den Einsatz oder die Auswahl von FOSS Komponenten mit der gleichen Intensität.

Software-Verwendung in modernen Fahrzeugen

In der Automobilbranche ist Software längst zum strategischen Treiber für Fahrzeuginnovation geworden. Ihre Bedeutung sowie ihr Anteil an den Gesamtkosten wächst kontinuierlich. Laut einem Bericht der GENIVI Alliance (www.genivi.org) findet man in heutigen Fahrzeugen der Premium-Klasse Softwareanteile mit mehr als 100 Millionen Codezeilen. Annähernd 70 Prozent dieser Software ist in der „Head Unit“, dem Telematik- und In-Vehicle Infotainment (IVI)-Subsystem, zu finden. IVI-Systeme werden zunehmend auf Grundlage von FOSS-basierten Plattformen wie GENIVI und Android entwickelt.

„Automobilhersteller profitieren seit Jahren von einer modularen und plattformbasierten Fahrzeugarchitektur. Das Konzept der Plattformen und Wiederverwendung von Modulen und Teilen ist nicht nur für mechanische und elektronische Komponenten sinnvoll, sondern auch und vor allem für Software, deren Bedeutung für die Fahrzeugfunktionalität enorm zugenommen hat”, so Dr. Alexander Krzepinski, Leiter Product Lifecycle Management bei BearingPoint. „Unsere aktuelle Studie über Free and Open Source Software Management in der Automobilindustrie bestätigt den Trend, dass immer mehr Automobil-Unternehmen versuchen, eine signifikante Kostenreduzierung und einen Wettbewerbsvorteil durch die Einbindung von FOSS zu erzielen.“

Bezüglich des Lieferantenmanagements überprüft zwar die Mehrzahl der befragten Unternehmen die erhaltene Software auf Erfüllung der spezifizierten Anforderungen, aber nur ein Drittel führen Lieferanten-Audits durch und weniger als 25 Prozent verlangen eine Aufstellung der verwendeten FOSS Komponenten und Lizenzen von ihren Lieferanten. Nicht einmal zehn Prozent der befragten Unternehmen kontrollieren die Einhaltung der FOSS Lizenzbestimmungen entlang ihrer Software-Lieferkette.

„Der wachsende Einsatz von FOSS hat Innovation bei Automobilherstellern und Tier1-Lieferanten gefördert und ermöglicht“, so Tim Yeaton, Präsident und CEO von Black Duck Software, dem weltweit führenden Anbieter von FOSS Management Werkzeugen für Unternehmen. „Weil die Automobilindustrie weiter ihren Einsatz von FOSS entlang der digitalen Wertschöpfungskette steigert, sollten die Unternehmen Regeln und Prozesse etablieren, um FOSS mit der gleichen Konsequenz und Verbindlichkeit zu steuern, wie sie das bei Lean Manufacturing und ISO-9000 Best Practices im Bereich traditioneller Wertschöpfungsketten getan haben.“ Black Duck Software hat das Projekt unterstützt.

Über BearingPoint

BearingPoint berät Unternehmen und Organisationen in den Bereichen Commercial Services, Financial Services und Public Services bei der Lösung ihrer dringendsten und wichtigsten Aufgaben. In enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Kunden definieren BearingPoint-Berater anspruchsvolle Ziele und entwickeln Lösungen, Prozesse und Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies bildet die Grundlage für einen ausserordentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg – und eine aussergewöhnliche Kundenzufriedenheit. Seit der Übernahme durch seine Partner im Rahmen eines Management Buy-Out ist BearingPoint eine unabhängige Unternehmensberatung, die Unternehmertum sowie Management- und Technologiekompetenz auf einzigartige Weise vereint. Das Unternehmen beschäftigt rund 3‘200 Mitarbeiter in 15 Ländern. Das Unternehmen hat europäische Wurzeln, agiert aber global.

Für weitere Informationen: www.bearingpoint.com

Pressekontakt

Ursula Steingruber
Marketing & Communications Manager
Tel. +41 43 299 73 62

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