Zürich, 18.10.2023 - Für über die Hälfte der Verbraucher:innen ist der Einsatz von GAI-Tools im beruflichen und privaten Umfeld noch Neuland. Bisher haben nur Wenige Vertrauen in diese Technologie. Gerade einmal jeder Zehnte verwendet bisher GAI-Tools und sieht darin eine zunehmende Relevanz. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint mit über 2000 Verbraucher:innen in Deutschland.
Es stimmt mich zuversichtlich, dass bereits 84% der deutschen Jugendlichen im Alter von 18-24 Jahren mit Gen AI-Tools vertraut sind – wir gehen davon aus, dass die Situation in der Schweiz ähnlich ist. Diese jungen Menschen übernehmen eine Vorreiterrolle, wenn es darum geht, Gen AI-Tools zu nutzen. Sie werden in ihrem sozialen Umfeld verdeutlichen, wie nützlich Gen AI-Tools sein können. Dies wird dazu beitragen, dass diejenigen, die bisher keine Erfahrung mit Gen AI-Tools haben, weniger verunsichert und misstrauisch sind. Aus diesem Grund bin ich zuversichtlich, dass die weitreichende Anwendung von Gen AI-Tools zwar noch Zeit benötigt, jedoch unaufhaltsam näher rückt. Gleichzeitig ist es von entscheidender Bedeutung, sicherzustellen, dass wichtige Themen wie Ethik, Datenschutz und die Verbreitung von Fehlinformationen diskutiert werden. Dies gewährleistet, dass Gen AI-Tools in verantwortungsvoller Weise genutzt werden.
Tomas Chroust, Partner und Leiter des Bereichs Data & Analytics und KI bei BearingPoint Schweiz
GAI-Tools: Eine Black Box bei Verbraucher:innen
In der Umfrage geben mit 57 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten an, GAI-Tools weder zu kennen noch zu nutzen. Während immerhin 32 Prozent der Befragten die neue KI-Technologie kennen, wird diese im Alltag insgesamt lediglich von elf Prozent verwendet. Interessant ist ein Blick in die verschiedenen Altersgruppen der Befragten: 82 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sind GAI-Tools bekannt, wohingegen 75 Prozent der über 55-Jährigen diese Technologie fremd ist.
Grosse Vorbehalte in der Bevölkerung beim Einsatz von GAI-Tools
Ein Grund für die geringe Nutzung: 52 Prozent geben an, kein Vertrauen in künstlich generierte Inhalte zu haben oder verunsichert zu sein, die Technologie im Alltag einzusetzen. Ein Anteil von 20 Prozent meint, die Qualität von künstlich generiertem Inhalt generell nicht beurteilen zu können, aber dennoch offen für die Nutzung mit zusätzlicher eigenständiger Nachrecherche zu sein. Zwölf Prozent der Befragten vertrauen GAI-Tools zwar, würden aber stets deren Resultate auch nachkontrollieren wollen. Lediglich ein Prozent würde GAI-Tools (blind) vertrauen und ohne erneutes Prüfen die erzeugten Ergebnisse nutzen. Eine weitere interessante Erkenntnis: Selbst unter den Befragten, die bereits GAI-Tools nutzen, geben 37 Prozent an, insgesamt wenig Vertrauen in diese neue Technologie zu haben. Dies verdeutlicht, wie gross das Misstrauen unter den Verbraucher:innen gegenüber GAI-Tools wie ChatGPT ist.
Die Relevanz von GAI ist kontrovers - Anwender:innen sehen deutlich stärkere Relevanz als Nicht-Anwender:innen
Gefragt nach der Relevanz von GAI-Tools im Alltag, ist das Meinungsbild jedoch durchmischter: Für 32 Prozent der Befragten ist die Technologie aktuell nicht relevant, wohingegen 24 Prozent der Befragten der Relevanz zustimmen. Besonders hoch ist die Wahrnehmung der Relevanz unter den Anwender:innen, von denen mehr als die Hälfte (56 Prozent) den Nutzen dieser Technologie im Umgang mit dem beruflichen Alltag für relevant hält. In der Gruppe der Kenner:innen sagen das immerhin auch 32 Prozent.
Stärkere Relevanz führt zu höherer Nutzung von GAI-Tools
Dies verdeutlicht auch den Blick auf die Einschätzung der zukünftigen Nutzung der Verbraucher:innen. Unter den Befragten, die kaum oder gar keine GAI-Tools nutzen, sind 41 Prozent auch nicht überzeugt, diese Tools zukünftig zu verwenden. Lediglich 16 Prozent können sich dies in Zukunft vorstellen. Doch unter den Befragten, die bereits Erfahrungen mit GAI-Tools gesammelt haben, sind 62 Prozent davon überzeugt, zukünftig diese Tools noch öfter im Berufsalltag zu nutzen, was mit der erhöhten wahrgenommenen Relevanz übereinstimmt.
Über die Umfrage
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag von BearingPoint, an der über 2000 Personen in Deutschland im Zeitraum 28. April bis 1. Mai 2023 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren.
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