Kapitalmärkte im innovativen Wandel

Die Entwicklungen im Finanzsektor der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich traditionelle Strukturen signifikant verändern. Mit der steigenden Geschwindigkeit des technischen Fortschritts und der damit einhergehenden Digitalisierung muss bei Banken und Finanzdienstleistern ein Umdenken bei technischen und organisatorischen Infrastrukturen einsetzen.

Die Finanzbranche und vor allem der Handel mit Finanzderivaten stehen wie kaum eine andere Branche für Schnelligkeit und Komplexität. Der Derivatemarkt ist neben den anderen Produktbereichen – wie unter anderem Aktien, Geldmarkt, Anleihen – ein Produktbereich mit einem weltweiten Umsatzvolumen und enormen Effizienzsteigerungspotenzialen. Über alle Handelsphasen hinweg, lässt sich der Großteil der Ineffizienzen im Handelsprozess auf einen hohen Grad an Heterogenität in Bezug auf die eingesetzten Handels-Applikationen zurückführen, sowie auf eine veraltete, organisch gewachsene Systemarchitektur.

Optimierte Prozesse mit möglichst wenigen Medienbrüchen haben hier ein großes Potenzial, die Komplexität für regulatorischen Anforderungen zu reduzieren. Aktuelle regulatorische Anforderungen wie zum Beispiel die Markets in Financial Instruments Directive II (MiFID II), die Markets in Financial Instruments Regulation (MiFIR) und die European Market Infrastructure Regulation (EMIR) tragen zu einer höheren Transparenz und damit zur Risikoreduzierung bei. Jedoch ist die Realisierung dieser regulatorischen Vorschriften mit enormen Mehraufwänden für Finanzunternehmen verbunden. Die damit einhergehende Verbesserung der Datenqualität ist sowohl für Kunden als auch für den Regulator ein wichtiger Indikator, um Vertrauen und Sicherheit in der Finanzindustrie weiter zu stärken.

Durch das Voranschreiten der Digitalisierung und der stetigen Vernetzung der Marktteilnehmer können dezentrale Netzwerke (englisch: Distributed Ledger Technology, DLT) Marktkommunikation und Datenaustausch verbessern. Blockchain-Technologie als eine Form der DLT, knüpft an allen oben genannten Punkten an. Durch die Transparenz und Unverfälschbarkeit der Daten besitzt die Technologie das Potenzial, bisherige Prozesse zu optimieren oder sogar völlig neu zu gestalten. Aus diesen Gründen bietet sich der Einsatz von Blockchain-Technologie besonders in diesem Bereich an, um beispielsweise Kosten durch fehlerhafte Abwicklungen von OTC-Derivaten zu vermeiden.

Dieses White Paper gibt einen grundlegenden Überblick über Handelsprozesse von OTC-Derivaten, zusammen mit einer Einführung in die Blockchain-Technologie. Zusätzlich werden der aktuelle OTC-Handelsprozess im Detail vorgestellt und die Eigenschaften der Blockchain-Technologie dargestellt. Mithilfe eines praxisnahen Use-Cases in wird die Anwendung der Blockchain-Technologie in einzelnen Prozessschritten im Bereich OTC-Handel betrachtet. Es wird eine Plattformlösung der Digital Asset Holding für OTC-Derivate präsentiert, mit dem Ziel, Effizienzen, Chancen und Risiken zu identifizieren. Auf Basis dieses Prototyps sind die aktuellen Herausforderungen der Blockchain-Technologie aufgelistet. Abschließend wird eine Einschätzung über die Realisierbarkeit einer Blockchain-Lösung im Derivateumfeld gegeben.

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