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Das neue Testverfahren WLTP (Woldwide harmonized Light Vehicles Test Procedure) wurde mit dem Ziel entwickelt, Emissionen und Verbrauchswerte von Fahrzeugen weltweit einheitlich und nachvollziehbar darzustellen und eine Vergleichbarkeit verschiedener Modelle zu schaffen. Durch die höhere Transparenz kann der Kunde seine Kaufentscheidung präziser treffen.

Um zu ermitteln, wie die Einführung von WLTP bei den großen Automobilherstellern voranschreitet, haben wir im Zeitraum März bis Mai 2018 eine europaweite Analyse in 14 Ländern und für 19 Marken durchgeführt.

Der Einfluss von WLTP auf die Kundenkommunikation – insbesondere im Hinblick auf Online-Konfiguratoren für Fahrzeuge, wurde anhand folgender Fragen untersucht:

  • Wie werden bestehende und zukünftige Kunden generell über das Thema und deren Auswirkungen informiert? Gibt es eine WLTP-Informationsseite?
  • Werden beim Start der Konfiguration Einzelwerte oder Wertebereiche angezeigt?
  • Werden beim Start der Konfiguration kombinierte oder zyklusspezifische Werte angezeigt?
  • Werden bei der Konfiguration variable CO2-Emissionen angezeigt? Was passiert, wenn Kunden ihre Fahrzeugkonfigurationen ändern?
  • Werden die Umweltauswirkungen über die Energieeffizienzklasse zusammengefasst?
  • Was wird in der exportfähigen Konfigurationsübersicht angezeigt?

Die Studie zeigt:

  • Alle der 19 analysierten Marken haben begonnen, Transparenz zu schaffen und informieren ihre Kunden in mindestens einem der analysierten Märkte über die Veränderungen durch WLTP und den damit einhergehenden Veränderungen.
  • Nur eine der 19 analysierten Marken informiert ihre Kunden in allen 14 untersuchten europäischen Ländern.
  • In Deutschland stellen bereits 13 Marken Informationen zu WLTP bereit.
  • Den Online-Konfigurator hat bisher nur eine Marke europaweit so angepasst, dass der Unterschied von CO2- und Verbrauchswerten bei der Auswahl verschiedener Autoreifen angezeigt wird. In Deutschland bieten bereits fünf Marken diese Möglichkeit in ihrem Fahrzeug-Konfigurator
  • Nur eine Marke zeigt in allen untersuchten Ländern zu Beginn der Online-Konfiguration Bandbreiten für Emission und Verbrauch an und informiert somit, welche Konfigurationen generell mehr oder weniger Emissionen mit sich bringen. In Deutschland haben dies ebenfalls bereits fünf Marken umgesetzt.
  • Bei der Fertigstellung der Fahrzeug-Konfiguration geht der Trend in Richtung Einzelwertanzeige für spezifische Modelle, das heißt, die meisten Marken machen aus der anfänglichen Bandbreite für Emissionen und Verbrauch am Ende Einzelwerte für das spezifische Fahrzeug.
  • Die Anzeige der Energieeffizienzklassen am Ende der Kalkulation ist bisher von keinem der Hersteller EU-weit, also in allen Ländern, umgesetzt worden. Betrachtet man nur Deutschland, liegt die Umsetzung hingegen bei nahezu 100%, da die Energieeffizienzklassenanzeige hier im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bereits seit dem 1. Dezember 2011 gesetzliche Vorschrift ist.

Auch wenn alle Marken begonnen haben, Transparenz hinsichtlich WLTP zu schaffen, legen die Studienergebnisse noch signifikante Unterschiede in der Kommunikation offen.

Matthias Loebich

Die Studienergebnisse legen zwar noch signifikante Unterschiede in der WLTP-Kommunikation zwischen verschiedenen Ländern offen. Sie zeigen aber auch, dass bereits alle Marken begonnen haben, Transparenz hinsichtlich WLTP zu schaffen und somit die WLTP-Berechnung grundsätzlich unterstützen. Zum Zeitpunkt unserer Untersuchung waren unter den analysierten Marken Audi und BMW in ihrer Kundenkommunikation am weitesten fortgeschritten, denn in fast allen analysierten Märkten haben sie ihre Online-Konfiguratoren bereits auf die WLTP-Einführung eingestellt. Die Hersteller sind im Zuge von WLTP derzeit mit vielen verschiedenen Themen konfrontiert – wie zum Beispiel Produktkonfiguration oder Neugestaltung des Pricing – mit der Folge, dass das Thema Kundenkommunikation nicht immer die höchste Priorität hat. Die Information der Kunden über WLTP ist jedoch von entscheidender Bedeutung, und die Automobilhersteller können sich der Umsetzung nicht entziehen.

Matthias Loebich, globaler Leiter Automotive bei BearingPoint

Eine Infografik sowie die detaillierten Studienergebnisse stehen für Sie im Downloadbereich zur Verfügung.

Studie ist auf Englisch verfügbar.

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