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Die Öffentliche Verwaltung steht in den Startlöchern für eine digitale Aufholjagd – die politische Aufmerksamkeit für das Thema ist groß. So diskutierten über 200 Entscheidungsträger Strategien und Impulse zur Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung im Rahmen des 22. Ministerialkongresses, der im Vorfeld der Bundestagswahl vom 14. - 15. September 2017 in Berlin stattfand. 

Im Nachgang des Kongresses veröffentlicht BearingPoint eine 28-seitige Sonderbeilage, die jährlich im Oktober zur eGovernment Computing erscheint. In der aktuellen zehnten Ausgabe beschäftigen wir uns mit Robotics, dem Open-Data- und Onlinezugangsgesetz, dem digitalen Amt und weiteren aktuellen Herausforderungen und Trends der Verwaltungsmodernisierung.

Stadt, Land, Bund: Warum Behörden jetzt digitalisieren müssen

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei Onlinediensten der Verwaltung hinterher und landet im "Digital Progress Report" der Europäischen Kommission auf Platz 20 von 28! Die gerade begonnene Legislatur muss genutzt werden, um den Rückstau zu beseitigen und die Umsetzung wichtiger Meilensteine, wie das Onlinezugangsgesetz (OZG), konsequent in Angriff zu nehmen. Es genügt dabei nicht, ausschließlich den Bund zu betrachten. Digitalisierung wird auch in den Ländern und Kommunen gewonnen.

Kollege Roboter

Die Masse an Standard-Verwaltungsaufgaben verschlingt wertvolle Ressourcen. Um gut ausgebildete Mitarbeiter in Zukunft zu entlasten und ihnen mehr Freiraum für komplexere Aufgaben zu geben, werden zunehmend Roboter eingesetzt. Diese glänzen nicht silbern und sind auch nicht aus Metall. Aber sie können rund um die Uhr Entscheidungen treffen, zum Beispiel über Steuerfreibeträge, Kindergeld und Fahrzeugzulassungen. Der formal korrekte Begriff klingt vertrauter: Es geht um den vollständig automatisierten Verwaltungsakt. Eine transparente Kommunikation kann Mitarbeitern die Sorge um den Bestand ihres Arbeitsplatzes nehmen. So werden sie in Zukunft Hand in Hand mit ihrem „Kollegen Roboter“ zusammenarbeiten.

Open Data – Entdeckung unbekannter Datenräume

Nicht nur in der freien Wirtschaft werden Daten als neue Währung gehandelt: Auch Verwaltungen haben erkannt, dass sie von einem offenen Datenaustausch profitieren können. Statt dieselben Daten in unterschiedlichen Organisationen mehrfach zu erheben, können sich Behörden in Zukunft besser vernetzen und dem Bürger gegenüber transparenter auftreten. Natürlich muss hierbei stets der Schutz persönlicher Daten gewährleistet sein. Die Aufgabe das Open-Data-Gesetz umzusetzen, stellt Behörden vor große Herausforderungen, deren Bewältigung uns in den kommenden Jahren weiter beschäftigen wird.

Online ins Amt

Gerade einmal jeder fünfte Deutsche nutzt laut EU-Kommission digitale Behördenangebote als Alternative zum Gang zum Amt. In Estland, Schweden und die Niederlande nutzen hingegen die meisten Bürger das Internet für die Korrespondenz mit Behörden. Dass der Anteil der Nutzer in Deutschland so gering ist, liegt unter anderem an fehlenden oder zu komplizierten Angeboten deutscher Behörden. Dass sich das verbessern muss, hat die Bundesregierung erkannt und ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Bis 2022 sollen Standarddienstleistungen wie ein Auto an- oder abzumelden, einen Reisepass zu beantragen oder ein Gewerbe anzumelden auch online möglich sein. Die damit einhergehenden Herausforderungen an den Datenschutz und die Vernetzung einzelner Behörden müssen in kürzester Zeit angegangen und bewältigt werden.

Diese und weitere Themen werden auf den 28 Seiten der Jubiläumsausgabe vertieft. An der aktuellen Sonderbeilage wirkten u.a. die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Andrea Voßhoff sowie Dr. Eric Schweitzer (Präsident des DIHK) mit und beschreiben, welche Vorhaben ihnen in Bezug auf die Digitalisierung in der
neuen Legislatur besonders wichtig sind. 

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