Neue Reporting-Vorgaben umsetzen – aber wie?

November 2023

Sowohl aufgrund von Investoreninteresse als auch aufgrund gesetzlicher Vorgaben wird das Thema Nachhaltigkeit  zunehmend relevanter für das Controlling der Unternehmen. Neben Finanzkennzahlen muss bzw. sollte in Zukunft ebenfalls über Nachhaltigkeitsinformationen berichtet werden. Investoren suchen nach Unternehmen, die nachhaltig handeln, und es gibt passende Angebote wie Nachhaltigkeitsindizes und die EU-Taxonomie. Gesetzlich sind Unternehmen in der EU verpflichtet, über ihre Nachhaltigkeitsbemühungen zu berichten, basierend auf Richtlinien wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD, gültig seit 5. Januar 2023) und der Non-financial Reporting Directive (NFRD), die nun durch CSRD abgelöst wird. Dies zwingt sie, sich ganzheitlich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.
Die CSRD verschärft die Anforderungen an das nicht finanzielle Reporting. Die Umstellung ist für Unternehmen mit viel Aufwand verbunden, bietet aber auch Chancen

Daten als Herausforderung

Essenzielle Grundlage für die erforderliche Berichterstattung sind Daten. Zwar verfügen die Unternehmen über zahlreiche Daten, die sie vor allem für die Finanzberichterstattung benötigen. Aber gerade im Nachhaltigkeitsumfeld sind weitere Datendimensionen von Relevanz. Die Erhebung dieser Daten gilt aber auch unter Expert:innen als große Herausforderung für Unternehmen, da sie durchaus komplex ist. Das Beispiel des CO2-Fußabdrucks verdeutlicht dies. Mithilfe des Bilanzierungsstandards „Greenhouse Gas Protocol“ (GHG) können Unternehmen den Umfang und die Quellen ihrer Treibhausgasemissionen identifizieren.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Aktive Berichterstattung erforderlich: Um den regulatorischen Vorgaben gerecht zu werden, reicht meist ein rein passives Nachhaltigkeitsreporting aus (= Zusammenfassung von Informationen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zum Ende eines Berichtszeitraums; Rückblick). Im Gegensatz dazu umfasst das aktive Nachhaltigkeitsreporting die zusätzliche Integration von Informationen aus unterschiedlichen Systemen in Echtzeit sowie die vorausschauende Identifikation fehlender Informationen und entsprechender Gegenmaßnahmen.
Implementierung eines Nachhaltigkeitsreporting-Prozesses: Die Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie erfordert klare Definitionen und Ziele. Dies umfasst die Erfassung von Prozessen und Nachhaltigkeitsdaten aus verschiedenen Quellen. Wichtig ist, dass die Strategie von organisatorischem Wandel begleitet wird, und das Top-Management muss klare Vorgaben und Umsetzungsmaßnahmen bereitstellen. Nachhaltigkeitsaspekte sollten in Unternehmensziele und -management integriert werden.
Nachhaltigkeitsintegration ins Steuerungsmodell: Das Steuerungsmodell und die Nachhaltigkeitsberichterstattung sind eng miteinander verknüpft. Das Steuerungsmodell ermöglicht Unternehmen, geplante Maßnahmen mit Hilfe von Zielgrößen aktiv umzusetzen. Ein integrierter Ansatz, unterstützt durch Analytics und Business Intelligence (BI), sorgt für ein effizientes Zusammenspiel von Steuerung, Planung und Reporting. Die Unternehmenssteuerung beeinflusst das Reporting und die Planung, die wiederum miteinander interagieren. Analytics und BI tragen durch intelligente Datennutzung zum Mehrwert bei.

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Die Publikation entstand in Kooperation mit dem Handelsblatt Research Institut und ist Teil der Kampagne "The Sustainable Company". 

Umfassend verstandene Nachhaltigkeit kann nur erreicht werden, wenn Strategie und Steuerung miteinander verzahnt werden.

Stefani Rahmel, Partnerin bei BearingPoint

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