• November 2025

Die Automobil- und Industrieproduktion steht vor einem Paradox: Unternehmen investieren massiv in Künstliche Intelligenz (KI), doch die größte Hürde liegt nicht in der Technologie, sondern in den Strukturen. Die Erkenntnisse stammen aus der BearingPoint Studie Resilient by Design – How Agentic AI is Reinventing Organizations, deren Ergebnisse für den Bereich Automotive & Industrial Manufacturing gesondert analysiert wurden. Das Bild ist eindeutig: 60 Prozent der Unternehmen in der Automobil- und Industrieproduktion kämpfen mit der Integration in jahrzehntealte Systeme, und 51 Prozent nennen kulturellen Widerstand als entscheidenden Bremsfaktor. KI kann Effizienz und Innovation bringen – aber nur, wenn Organisationen den Wandel aktiv gestalten. 

Grafik 1: Die größten Hürden bei der KI-Transformation; Automobil- und Industrieproduktion n=200; restliche Branchen n= 811

Die größten Herausforderungen für KI in der Automobil- und Industrieproduktion

Altsysteme als Bremsklotz

60 Prozent der Unternehmen im Bereich Automotive und Manufacturing sehen die Integration mit alten IT- und Produktionssystemen als größte Hürde (vs. 29 Prozent in anderen Branchen). 

Die Studie zeigt: Kein anderer Sektor kämpft so stark mit veralteten IT-Landschaften und jahrzehntealten Produktionssystemen. Die hohe Komplexität proprietärer Schnittstellen und die Notwendigkeit teurer Retrofit-Lösungen machen KI-Integration zur Mammutaufgabe. Ohne konsequente Modernisierung bleibt KI ein teures Experiment. 

Kulturelle Widerstände

51 Prozent nennen organisatorischen Widerstand als zentrales Problem. 

In der Automobil- und Industriebranche sind tief verwurzelte Hierarchien, Routinen und Ängste vor Veränderung besonders ausgeprägt. Die Einführung von KI verändert Prozesse und Rollenbilder – ohne aktives Change Management und transparente Kommunikation bleibt die Transformation oft in den Strukturen stecken. 

Skill Gap & Überkapazitäten

Bis 2028 erwarten Unternehmen in Automotive und Manufacturing deutlich höhere Kompetenzlücken und Personalüberhänge als andere Branchen. 

Die Effizienzgewinne durch KI übersteigen das Marktwachstum – es entsteht ein strategisches Risiko durch Überkapazitäten. Gleichzeitig wächst die Lücke bei den Fähigkeiten, mit KI effektiv zu arbeiten. Die Geschwindigkeit, mit der neue Skills gebraucht werden, übersteigt die Geschwindigkeit, mit der Mitarbeitende umgeschult oder neu eingesetzt werden können.

Reaktionen der Branche auf KI-Unsicherheiten

Wenig Reskilling

27%

der Unternehmen investieren in Umschulung und Change Management – ein vergleichsweise geringer Anteil angesichts wachsender Skill Gaps und möglicher Überkapazitäten. KI wird im Automotive- und Manufacturing-Sektor vor allem als Effizienzsteigerung eingesetzt und weniger als Chance zur gezielten Weiterentwicklung der Mitarbeitenden. Ein Grund: Viele sehen kurzfristig Überkapazitäten und noch unklare Rollenprofile, wodurch gezielte Umschulungsmaßnahmen aktuell schwer planbar sind.

Fokus auf Resilienz & Anpassungsfähigkeit

Statt in spezifische Skills investieren Unternehmen der Automobil- und Industrieproduktion überdurchschnittlich stark in Resilienz und organisationale Anpassungsfähigkeit (75 Prozent vs. 53 Prozent). Im Vordergrund stehen Fähigkeiten, Unsicherheit auszuhalten, Wandel zu bewältigen und Strukturen flexibel anzupassen.

 

Grafik 2: Umgang mit Unsicherheiten: KI-Markt im Fokus; Automobil- und Industrieproduktion n=200; restliche Branchen n= 811

Manuel Schuler, Globaler Leiter Automotive und Industrial Manufacturing

Resilienz ist eine strategische Form der Personalentwicklung – mit einem anderen Fokus als klassisches Reskilling. Es geht weniger um fachliche Skills als um die Fähigkeit, mit Unsicherheit und Veränderung umzugehen. Gerade in der Automotive- und Manufacturing-Branche, wo die Auswirkungen von KI besonders komplex sind, investieren Unternehmen zunehmend in resilienzfördernde Maßnahmen. Denn oft ist noch unklar, welche Kompetenzen künftig gebraucht werden und welche nicht. Reskilling ist sinnvoll, aber nicht für alle Mitarbeitenden gleichermaßen. Der größte Hebel liegt in der langfristigen Anpassungsfähigkeit der Organisation – nicht in kurzfristiger Effizienz.

Manuel Schuler, Globaler Leiter Automotive und Industrial Manufacturing

Die Automobil- und Industrieproduktion muss den Spagat schaffen:

ambitionierte KI-Transformation ohne Überforderung der Organisation. Wer jetzt Resilienz stärkt, Anpassungsfähigkeit fördert und Mitarbeitende befähigt, nutzt KI nicht nur für mehr Effizienz, sondern als Katalysator für nachhaltige Transformation und Zukunftssicherung.
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Wer die Chancen von KI in einem herausfordernden Umfeld nutzen will, braucht klare Prioritäten. Die wichtigsten Ansatzpunkte sind:

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Praxisnahe Use Cases für KI in Automotive & Manufacturing

Damit Unternehmen die Potenziale von KI voll ausschöpfen können, braucht es praxisnahe Ansätze und die richtigen Technologien. Die folgenden Beispiele zeigen, wo KI in der Automobil- und Industrieproduktion echten Mehrwert schafft – von Effizienzsteigerung bis Qualitätssicherung.
Gemeinsam finden wir den Ansatz, der zu Ihrer Organisation passt, und unterstützen Sie dabei, ihn konsequent umzusetzen. Weitere Details zu einzelnen Lösungen wie Predictive Maintenance, Digital Twin oder Cybersecurity finden Sie auf unserer Website.

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