• Januar 2026

Digitale Souveränität ist für staatliche Institutionen ein zentrales Thema, das weit über technische Entscheidungen hinausgeht. Der folgende Artikel erklärt, warum ein „Copy-and-Paste“-Ansatz nicht ausreicht und zeigt anhand eines Frameworks die wichtigsten Dimensionen für Behörden: von Anwendung und Betrieb über Schnittstellen und Nutzenden bis hin zu Endgeräten. Außerdem erfahren Sie, warum eine ganzheitliche Strategie entscheidend ist und wie individuelle Abhängigkeiten bewertet werden können.

Digitale Souveränität ist als Schlagwort in der Öffentlichkeit präsent und soll von staatlichen Institutionen kurzfristig umgesetzt werden. Insbesondere bei der Digitalisierung von Fachverfahren und den damit verbundenen Entscheidungen über eingesetzte Technologien und Betriebsmodelle stehen Behörden vor der Herausforderung, diese im Sinne der Digitalen Souveränität zu steuern. Der Handlungsdruck kann dazu führen, dass im „Copy-and-Paste“-Modus Einzelmaßnahmen aus vorhandenen Strategien umgesetzt werden. Häufig fehlt eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Konzept, der Weg zur Digitalen Souveränität wird nicht umfassend geplant und daher auch nur unvollständig beschritten.

Was bedeutet Digitale Souveränität?

Schon die Definition des Begriffs „Digitale Souveränität“ zeigt die Komplexität des Themas auf. Grundsätzlich wird damit die Möglichkeit zur Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit von Staaten, Unternehmen und Individuen im digitalen Raum beschrieben. Es können jeweils verschiedene Perspektiven eingenommen werden:

  • Privatpersonen: Bewusster und informierter Umgang mit persönlichen Daten.

  • Unternehmen: Vernetzung und Absicherung des Geschäfts.

  • Staaten und Institutionen: Sicherstellung gesetzlicher Vorgaben und Verpflichtungen.

Für staatliche Institutionen steht übergeordnet die Sicherstellung der organisatorischen und technischen Datenhoheit sowie der größtmöglichen Handlungsautonomie im Fokus. Dies umschließt zum Beispiel Maßnahmen zur Verhinderung von ungewollter Nutzung (z. B. Datenmanipulation, unberechtigte Zugriffe und Datenweiterleitung) durch Dritte oder Datenverarbeitende. Dabei liegt die Herausforderung für Behörden darin, individuelle Anforderungen zu identifizieren und ein realistisches Zielbild im Hinblick auf den Umgang mit Digitaler Souveränität auszugestalten. Eine zentrale Aufgabe ist daher das Analysieren von Abhängigkeiten. 

Framework zur Analyse: Dimensionen der Digitalen Souveränität

Im Folgenden wird anhand eines im Projektkontext entwickelten Frameworks aufgezeigt, welche Dimensionen im öffentlichen Sektor bei dieser Analyse eine Rolle spielen können.

Zur Umsetzung der Digitalen Souveränität reicht ein einzelnes Projekt oder eine Offensive nicht aus. Vielmehr geht es darum, Bewusstsein für das Thema bei allen Beteiligten einer Anwendung zu schaffen. Dazu gehören Auftraggeber:innen genauso wie Entwickler:innen, Betriebsdienstleister:innen und die Nutzer:innen. Digitale Souveränität ist dabei als Querschnittsthema zu verstehen, auf das alle relevanten Entscheidungen und Maßnahmen überprüft werden müssen. Gemäß der individuell gesetzten Prioritäten kann die Digitale Souveränität einer Anwendung auf diesem Weg sukzessive verbessert werden. 

Einige Maßnahmen, wie zum Beispiel Schulungen von Mitarbeiter:innen und Nutzer:innen, lassen sich schnell umsetzen. Für den Austausch von Softwarekomponenten, eines Betreibers oder die Umsetzung einer neuen Architektur sind dahingegen oft Umsetzungszeiträume von mehreren Jahren einzuplanen.

Individuelle Abhängigkeiten erkennen und bewerten

Bei der Realisierung Digitaler Souveränität müssen zahlreiche Ebenen und Facetten berücksichtigt werden. Die Prioritäten und Anforderungen unterschiedlicher Akteure können sich je nach Kontext und Anwendungsgebiet stark unterscheiden.

Statt ein homogenes Zielbild von Digitaler Souveränität anzusteuern, sollten daher individuelle Abhängigkeiten identifiziert, Alternativen gesucht und bewertet werden.

Abhängigkeiten können infolge einer solchen Analyse und Abwägung gegenüberüber bewerteten Alternativen bewusst eingegangen werden. Lediglich passiv-akzeptierte, alternativlose Abhängigkeiten sollten vermieden werden. Die vorgestellten Dimensionen bieten ein hilfreiches Framework zur Analyse der Anforderungen an eine Anwendung.

Haben Sie Fragen zur Umsetzung Digitaler Souveränität in Ihrer Organisation oder möchten Sie mehr über unser Framework erfahren? Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne!

FAQs zu Digitaler Souveränität in der öffentlichen Verwaltung

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