• April 2026

Blueprint für nachhaltige Technologie im KI-Zeitalter

Nachhaltigkeit hat sich zu einem zentralen Baustein der Unternehmensstrategie entwickelt: Nahezu alle Unternehmen haben sich der Science Based Targets Initiative (SBTi) angeschlossen oder planen, dies zu tun. Insbesondere da Organisationen weltweit den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Technologien rasant vorantreiben, ist es wichtiger denn je, ambitionierte Umweltziele zu strategisch zu verfolgen. Lange Zeit spielten CIOs in der Nachhaltigkeitssteuerung nur eine eingeschränkte Rolle und konzentrierten sich vor allem auf Green IT. Mit dem Aufstieg von KI hat sich ihr Verantwortungsbereich deutlich erweitert und umfasst heute drei zentrale Handlungsfelder: die Identifikation technologischer Hebel zur Verbesserung der Umweltbilanz, das Management der wachsenden Auswirkungen digitaler Lösungen sowie die aktive Mitgestaltung einer nachhaltigen Unternehmensperformance. Im Jahr 2026 muss sich die Rolle der Technologieverantwortlichen hin zu einer treibenden Kraft für Nachhaltigkeit weiterentwickeln – und CIOs ins Zentrum der ESG-Governance rücken.

Unsere aktuelle Studie* beleuchtet die sich wandelnde Rolle von CIOs und Technologieverantwortlichen hin zu Architekt:innen nachhaltiger Unternehmensperformance. Sie zeigt einen klaren Handlungsrahmen auf, wie sich Technologietransformation im Einklang mit Klimaverantwortung gestalten lässt. Grundlage sind die Ergebnisse einer Befragung von 510 Technologie- und Nachhaltigkeitsverantwortlichen, ergänzt durch Best Practices und Fallstudien. Daraus lassen sich konkrete Strategien ableiten, um schnelle, KI-getriebene Innovationen mit messbaren Fortschritten bei Umweltzielen in Einklang zu bringen.

* Die Studie basiert auf einer im Februar 2026 durchgeführten Online-Befragung von 510 Führungskräften auf C-Level sowie Senior Executives aus Technologie und Nachhaltigkeit in Europa und den USA. 

Der Weg zu nachhaltiger Technologie  

Unternehmen treiben aktuell verstärkt KI-basierte Transformationen voran, um ihre Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Resilienz zu stärken. KI kommt dabei in immer mehr Bereichen zum Einsatz – von der Bedarfsprognose über die Logistik bis hin zum Produktdesign – und steigert zugleich den Bedarf an Rechenleistung und Dateninfrastruktur. Genau darin liegt eine zentrale Herausforderung: Technologien, die Prozesse effizienter machen, führen gleichzeitig zu einem höheren Energieverbrauch, steigender Auslastung von Rechenzentren und zusätzlichen Emissionen.

Trotz aller Herausforderungen überwiegt der Optimismus unter den Befragten. Knapp zwei Drittel sind überzeugt, dass gezielte Technologieinitiativen einen spürbaren Beitrag zur Emissionsreduktion leisten können. Damit wird das Spannungsfeld unverkennbar: KI- und Innovationsinitiativen müssen weiter skaliert werden und zugleich aktiv zur nachhaltigen Unternehmensperformance beitragen. Die zentrale Frage ist daher nicht mehr, ob KI Nachhaltigkeitsinitiativen fördern kann und sollte, sondern wie sie den Fortschritt im Klimaschutz gezielt unterstützen kann.

Fünf Hebel für den weiteren Weg:

  • 1.

    KI-Portfolios gezielt auf positiven Umwelteinfluss ausrichten

  • 2.

    Governance für digitale Nachhaltigkeit konsequent stärken

  • 3.

    Kompetenzen ausbilden, um nachhaltige Technologie-entscheidungen zu treffen

  • 4.

    Höchste Transparenz entlang der Technologie-Lieferkette schaffen

  • 5.

    ESG-Performance systematisch skalieren und messbar machen

KI verantwortungsvoll skalieren

Technologie ist ein zentraler Hebel für nachhaltige Transformation. KI und digitale Ökosysteme verändern grundlegend, wie Unternehmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Denn diese Technologien bieten Lösungen für zentrale Herausforderungen: Sie können Prozesse optimieren, Transparenz steigern und dazu beitragen, dass Ressourcen effizienter genutzt werden. Richtig skaliert ermöglichen sie datenbasierte Entscheidungen, um Emissionen zu senken und gleichzeitig die Effizienz zu erhöhen.

Unternehmen setzen aktiv KI-Initiativen unter dem Motto „AI for Green“ um, die emissionsintensive Prozesse angehen. Bis 2028 will mehr als die Hälfte der Organisationen KI einsetzen, um die betriebliche Effizienz zu steigern, die Auswertung von ESG-Daten zu verbessern, IT-Infrastrukturen zu optimieren und Lieferketten zu dekarbonisieren. Dabei müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihr Portfolio an digitalen Lösungen einen messbaren, positiven Beitrag zum Umweltschutz leistet.

Technologieentscheidungen systematisch auf Nachhaltigkeit ausrichten

Mit dem vermehrten Einsatz von KI sehen sich CIOs mit drei zentralen Herausforderungen konfrontiert: Sie müssen technologische Hebel zur Verbesserung der Umweltbilanz identifizieren, die Auswirkungen digitaler Lösungen gezielt messen und gleichzeitig eine aktivere Rolle in der Nachhaltigkeitssteuerung übernehmen. In der Praxis besteht hier großer Aufholbedarf: Nur 20 Prozent der CIOs sind auf Vorstandsebene an der Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen beteiligt, und lediglich etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen hat Technologie- und Nachhaltigkeitsstrategien vollständig miteinander verzahnt.

Um Klimaziele wirksam voranzutreiben, müssen Unternehmen Technologie- und Nachhaltigkeitsinitiativen enger zusammenführen und in gemeinsamen Transformationsfahrplänen bündeln. So können Maßnahmen besser aufeinander abgestimmt, Fortschritte transparent und konkrete Beiträge zum Umweltschutz sichtbar gemacht werden. Eine stärkere Einbindung von CIOs in zentrale Governance-Strukturen – etwa als Co-Leads eines „Tech & Sustainability Committee“ – stellt sicher, dass digitale Innovation konsequent mit ESG-Zielen im Einklang steht.

Ein weiterer entscheidender Hebel ist die systematische Messung der Umweltauswirkungen digitaler Technologien. Governance-Richtlinien sollten eine systematische Analyse und Bewertung des Netto-CO₂-Effekts von Technologieportfolios vorsehen – also die Gegenüberstellung von verursachten und eingesparten Emissionen. Bei der internen Finanzierung sollten Projekte mit ökologischem Mehrwert („Green Premium“) bevorzugt werden, bei denen entsprechende Netto-CO₂-Bilanzanalysen fester Bestandteil der Projektbewertung sind.

Transparenz-anforderungen an Technologieanbieter stärken

Der Zugang zu verlässlichen Nachhaltigkeitsdaten bleibt für viele Unternehmen eine Herausforderung, insbesondere bei Technologieprodukten und -services. Doch Fortschritte lassen sich nur erzielen, wenn entlang der gesamten Lieferkette detaillierte und belastbare Daten verfügbar sind. Derzeit hält nur eine Minderheit der befragten Führungskräfte die bereitgestellten Daten von Technologieanbietern für ausreichend, um Nachhaltigkeitsziele fundiert zu steuern. Dabei geben 41 Prozent der CIOs an, nicht die notwendigen Treibhausgasdaten (GHG Data) von ihren Lieferanten zu erhalten.

Die meisten Anbieter beschränken sich darauf, ihre aktuellen Emissionen offenzulegen. Das erschwert es CIOs, langfristige Auswirkungen zu bewerten und verbindliche Reduktionsziele über mehrere Jahre hinweg festzulegen. Umso wichtiger ist es, dass Transparenz seitens der Lieferanten zu einem zentralen Kriterium bei der Anbieterauswahl wird. Die ESG-Performance muss konsequent in Bewertungsmodelle einfließen, ergänzt durch klare vertragliche Anforderungen hinsichtlich des CO₂-Fußabdrucks und der Reduktionsziele.

Die richtigen Fähigkeiten und Strukturen aufbauen

CIOs müssen Nachhaltigkeit konsequent im Kern der IT-Organisation verankern – über Strukturen, Rollen und Prozesse hinweg. Dazu gehört, klare Verantwortlichkeiten für nachhaltige Beschaffung, Reporting und die Bewertung von Umweltauswirkungen zu definieren. Nachhaltigkeit sollte zudem fest in Stellenprofilen und Leistungszielen fixiert sein, ergänzt durch verpflichtende Trainings – etwa zu „grüner“ Architektur oder ressourcenschonender Softwareentwicklung. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass die Unternehmensführung den Aufbau entsprechender Kompetenzen als echte Transformationsaufgabe versteht und gezielt in neue relevante Fähigkeiten investiert. Entscheidungsstarke Führung und klimaorientierte KPIs sind dabei das A und O, um eine nachhaltige Unternehmenskultur langfristig zu etablieren.

ESG-Performance effizient messen und steuern

Um langfristige Ziele zu erreichen und SBTi-Verpflichtungen zu erfüllen, braucht es tiefgreifende Veränderungen im Unternehmen – von klarer ESG-Governance bis hin zu tragfähigen Prozessen auf Basis verlässlicher Daten. Aktuell scheitert es jedoch bei vielen Organisationen schon am Fundament: der technologischen Reife. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, nicht über die richtigen Tools für ein wirksames ESG-Management zu verfügen.

Gleichzeitig sind sich die Studienteilnehmenden über eines einig: Spezialisierte digitale ESG-Plattformen stellen die effektivste Lösung für das unternehmensweite Nachhaltigkeitsmanagement dar – 67 Prozent ziehen diese Plattformen allgemeinen Tools wie ERP- und BI-Systemen vor. Die Steuerung der Nachhaltigkeitsperformance ist heute zu bedeutend, um sie weiterhin über isolierte Excel-Tabellen oder Zusatzfunktionen bestehender Systeme zu verwalten.

67%

der Befragten sehen spezialisierte Nachhaltigkeitsplattformen als zukünftigen Standard für das ESG-Management – noch vor klassischen BI- und ERP-Lösungen.

 

Best solution for sustainability performance 

 

Fortschrittliche ESG-Plattformen verbessern die Datengrundlage, ermöglichen die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und tragen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei. Sie helfen Unternehmen, Nachhaltigkeitsziele in konkrete Maßnahmen zu übersetzen und konsequent umzusetzen – eine zentrale Voraussetzung, um ambitionierte Reduktionsziele zu erreichen und Vertrauen bei Stakeholdern aufzubauen. Mit zunehmender Verbreitung werden diese Plattformen zum Rückgrat der Rechenschaftspflicht: Sie schaffen Transparenz und sorgen dafür, dass Fortschritte messbar und im Einklang mit regulatorischen Anforderungen umgesetzt werden.

Somit entwickeln sich spezialisierte Nachhaltigkeitsplattformen zum neuen Standard im ESG-Management. Denn im Vergleich zu manuellen oder fragmentierten Ansätzen bieten sie deutlich überlegenere Funktionen, um Nachhaltigkeitsleistung messbar zu machen, regulatorischen Anforderungen nachzukommen und Fortschritte bei der Emissionsreduktion gezielt voranzutreiben.

Ein neues Mandat: CIOs als Architekt:innen nachhaltiger Unternehmensperformance

Die Verantwortung von Technologieführungskräften verändert sich grundlegend: Statt sich primär auf die Modernisierung von IT-Systemen zu konzentrieren, geht es zunehmend darum, den gesamten Umweltbeitrag des Unternehmens aus technologischer Sicht aktiv zu steuern. CIOs müssen ihr Selbstverständnis neu ausrichten – weg von reinen Technologieverantwortlichen, hin zu treibenden Kräften für Nachhaltigkeit und Verantwortung. Dies erfordert strenge Datendisziplin, effektive Beschaffungsstrategien, eine solide Governance sowie standardisierte Methoden zur Bewertung von Klimaauswirkungen. Erfolg setzt dabei visionäre Führung, einen kulturellen Wandel und einen unermüdlichen Fokus auf greifbare Umweltergebnisse voraus.

Die Unternehmensleitung muss CIOs ein klares Mandat geben, um die „Green-by-Design“-Transformation voranzutreiben. Dafür müssen Technologie, Nachhaltigkeit, Business und Einkauf eng miteinander verknüpft werden, um in der Netto-Bilanz einen positiven Beitrag zur Umwelt sicherzustellen. In diesem neuen Verständnis werden CIOs zu Architekt:innen nachhaltiger Performance.

FAQs

Häufig gestellte Fragen

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  • Achieving environmental goals in the AI era
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