der Befragten sehen spezialisierte Nachhaltigkeitsplattformen als zukünftigen Standard für das ESG-Management – noch vor klassischen BI- und ERP-Lösungen.
Nachhaltigkeit hat sich zu einem zentralen Baustein der Unternehmensstrategie entwickelt: Nahezu alle Unternehmen haben sich der Science Based Targets Initiative (SBTi) angeschlossen oder planen, dies zu tun. Insbesondere da Organisationen weltweit den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Technologien rasant vorantreiben, ist es wichtiger denn je, ambitionierte Umweltziele zu strategisch zu verfolgen. Lange Zeit spielten CIOs in der Nachhaltigkeitssteuerung nur eine eingeschränkte Rolle und konzentrierten sich vor allem auf Green IT. Mit dem Aufstieg von KI hat sich ihr Verantwortungsbereich deutlich erweitert und umfasst heute drei zentrale Handlungsfelder: die Identifikation technologischer Hebel zur Verbesserung der Umweltbilanz, das Management der wachsenden Auswirkungen digitaler Lösungen sowie die aktive Mitgestaltung einer nachhaltigen Unternehmensperformance. Im Jahr 2026 muss sich die Rolle der Technologieverantwortlichen hin zu einer treibenden Kraft für Nachhaltigkeit weiterentwickeln – und CIOs ins Zentrum der ESG-Governance rücken.
Unsere aktuelle Studie* beleuchtet die sich wandelnde Rolle von CIOs und Technologieverantwortlichen hin zu Architekt:innen nachhaltiger Unternehmensperformance. Sie zeigt einen klaren Handlungsrahmen auf, wie sich Technologietransformation im Einklang mit Klimaverantwortung gestalten lässt. Grundlage sind die Ergebnisse einer Befragung von 510 Technologie- und Nachhaltigkeitsverantwortlichen, ergänzt durch Best Practices und Fallstudien. Daraus lassen sich konkrete Strategien ableiten, um schnelle, KI-getriebene Innovationen mit messbaren Fortschritten bei Umweltzielen in Einklang zu bringen.
* Die Studie basiert auf einer im Februar 2026 durchgeführten Online-Befragung von 510 Führungskräften auf C-Level sowie Senior Executives aus Technologie und Nachhaltigkeit in Europa und den USA.
Unternehmen treiben aktuell verstärkt KI-basierte Transformationen voran, um ihre Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Resilienz zu stärken. KI kommt dabei in immer mehr Bereichen zum Einsatz – von der Bedarfsprognose über die Logistik bis hin zum Produktdesign – und steigert zugleich den Bedarf an Rechenleistung und Dateninfrastruktur. Genau darin liegt eine zentrale Herausforderung: Technologien, die Prozesse effizienter machen, führen gleichzeitig zu einem höheren Energieverbrauch, steigender Auslastung von Rechenzentren und zusätzlichen Emissionen.
Trotz aller Herausforderungen überwiegt der Optimismus unter den Befragten. Knapp zwei Drittel sind überzeugt, dass gezielte Technologieinitiativen einen spürbaren Beitrag zur Emissionsreduktion leisten können. Damit wird das Spannungsfeld unverkennbar: KI- und Innovationsinitiativen müssen weiter skaliert werden und zugleich aktiv zur nachhaltigen Unternehmensperformance beitragen. Die zentrale Frage ist daher nicht mehr, ob KI Nachhaltigkeitsinitiativen fördern kann und sollte, sondern wie sie den Fortschritt im Klimaschutz gezielt unterstützen kann.
Technologie ist ein zentraler Hebel für nachhaltige Transformation. KI und digitale Ökosysteme verändern grundlegend, wie Unternehmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Denn diese Technologien bieten Lösungen für zentrale Herausforderungen: Sie können Prozesse optimieren, Transparenz steigern und dazu beitragen, dass Ressourcen effizienter genutzt werden. Richtig skaliert ermöglichen sie datenbasierte Entscheidungen, um Emissionen zu senken und gleichzeitig die Effizienz zu erhöhen.
Unternehmen setzen aktiv KI-Initiativen unter dem Motto „AI for Green“ um, die emissionsintensive Prozesse angehen. Bis 2028 will mehr als die Hälfte der Organisationen KI einsetzen, um die betriebliche Effizienz zu steigern, die Auswertung von ESG-Daten zu verbessern, IT-Infrastrukturen zu optimieren und Lieferketten zu dekarbonisieren. Dabei müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihr Portfolio an digitalen Lösungen einen messbaren, positiven Beitrag zum Umweltschutz leistet.
Mit dem vermehrten Einsatz von KI sehen sich CIOs mit drei zentralen Herausforderungen konfrontiert: Sie müssen technologische Hebel zur Verbesserung der Umweltbilanz identifizieren, die Auswirkungen digitaler Lösungen gezielt messen und gleichzeitig eine aktivere Rolle in der Nachhaltigkeitssteuerung übernehmen. In der Praxis besteht hier großer Aufholbedarf: Nur 20 Prozent der CIOs sind auf Vorstandsebene an der Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen beteiligt, und lediglich etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen hat Technologie- und Nachhaltigkeitsstrategien vollständig miteinander verzahnt.
Um Klimaziele wirksam voranzutreiben, müssen Unternehmen Technologie- und Nachhaltigkeitsinitiativen enger zusammenführen und in gemeinsamen Transformationsfahrplänen bündeln. So können Maßnahmen besser aufeinander abgestimmt, Fortschritte transparent und konkrete Beiträge zum Umweltschutz sichtbar gemacht werden. Eine stärkere Einbindung von CIOs in zentrale Governance-Strukturen – etwa als Co-Leads eines „Tech & Sustainability Committee“ – stellt sicher, dass digitale Innovation konsequent mit ESG-Zielen im Einklang steht.
Ein weiterer entscheidender Hebel ist die systematische Messung der Umweltauswirkungen digitaler Technologien. Governance-Richtlinien sollten eine systematische Analyse und Bewertung des Netto-CO₂-Effekts von Technologieportfolios vorsehen – also die Gegenüberstellung von verursachten und eingesparten Emissionen. Bei der internen Finanzierung sollten Projekte mit ökologischem Mehrwert („Green Premium“) bevorzugt werden, bei denen entsprechende Netto-CO₂-Bilanzanalysen fester Bestandteil der Projektbewertung sind.
CIOs müssen Nachhaltigkeit konsequent im Kern der IT-Organisation verankern – über Strukturen, Rollen und Prozesse hinweg. Dazu gehört, klare Verantwortlichkeiten für nachhaltige Beschaffung, Reporting und die Bewertung von Umweltauswirkungen zu definieren. Nachhaltigkeit sollte zudem fest in Stellenprofilen und Leistungszielen fixiert sein, ergänzt durch verpflichtende Trainings – etwa zu „grüner“ Architektur oder ressourcenschonender Softwareentwicklung. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass die Unternehmensführung den Aufbau entsprechender Kompetenzen als echte Transformationsaufgabe versteht und gezielt in neue relevante Fähigkeiten investiert. Entscheidungsstarke Führung und klimaorientierte KPIs sind dabei das A und O, um eine nachhaltige Unternehmenskultur langfristig zu etablieren.
67%
der Befragten sehen spezialisierte Nachhaltigkeitsplattformen als zukünftigen Standard für das ESG-Management – noch vor klassischen BI- und ERP-Lösungen.
Fortschrittliche ESG-Plattformen verbessern die Datengrundlage, ermöglichen die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und tragen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei. Sie helfen Unternehmen, Nachhaltigkeitsziele in konkrete Maßnahmen zu übersetzen und konsequent umzusetzen – eine zentrale Voraussetzung, um ambitionierte Reduktionsziele zu erreichen und Vertrauen bei Stakeholdern aufzubauen. Mit zunehmender Verbreitung werden diese Plattformen zum Rückgrat der Rechenschaftspflicht: Sie schaffen Transparenz und sorgen dafür, dass Fortschritte messbar und im Einklang mit regulatorischen Anforderungen umgesetzt werden.
Somit entwickeln sich spezialisierte Nachhaltigkeitsplattformen zum neuen Standard im ESG-Management. Denn im Vergleich zu manuellen oder fragmentierten Ansätzen bieten sie deutlich überlegenere Funktionen, um Nachhaltigkeitsleistung messbar zu machen, regulatorischen Anforderungen nachzukommen und Fortschritte bei der Emissionsreduktion gezielt voranzutreiben.
Die Verantwortung von Technologieführungskräften verändert sich grundlegend: Statt sich primär auf die Modernisierung von IT-Systemen zu konzentrieren, geht es zunehmend darum, den gesamten Umweltbeitrag des Unternehmens aus technologischer Sicht aktiv zu steuern. CIOs müssen ihr Selbstverständnis neu ausrichten – weg von reinen Technologieverantwortlichen, hin zu treibenden Kräften für Nachhaltigkeit und Verantwortung. Dies erfordert strenge Datendisziplin, effektive Beschaffungsstrategien, eine solide Governance sowie standardisierte Methoden zur Bewertung von Klimaauswirkungen. Erfolg setzt dabei visionäre Führung, einen kulturellen Wandel und einen unermüdlichen Fokus auf greifbare Umweltergebnisse voraus.
Die Unternehmensleitung muss CIOs ein klares Mandat geben, um die „Green-by-Design“-Transformation voranzutreiben. Dafür müssen Technologie, Nachhaltigkeit, Business und Einkauf eng miteinander verknüpft werden, um in der Netto-Bilanz einen positiven Beitrag zur Umwelt sicherzustellen. In diesem neuen Verständnis werden CIOs zu Architekt:innen nachhaltiger Performance.
Falls Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.
Der CO₂-Fußabdruck von KI stellt eine kritische Herausforderung dar, weil steigende Rechenleistung und Dateninfrastruktur den Energieverbrauch deutlich erhöhen. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld: Effizienzgewinne gehen häufig mit zusätzlichen Emissionen einher. Unternehmen müssen daher systematisch den Netto-CO₂-Effekt ihrer KI-gestützten Projekte analysieren und steuern.
Unternehmen erreichen ihre Umweltziele, indem sie KI- und Technologieinitiativen gezielt auf messbare Umweltwirkung ausrichten und konsequent in die Gesamtsteuerung integrieren. Dazu gehört, KI-Initiativen von Anfang an in übergreifende Transformationsfahrpläne einzubetten und mit klaren Governance-Strukturen systematisch zu bewerten – etwa anhand ihres Netto-CO₂-Effekts.
Erfolgreiche Unternehmen verzahnen Technologie- und Nachhaltigkeitsstrategien eng miteinander, steuern ihr Lösungsportfolio aktiv in Richtung positiver Umweltwirkung und machen Fortschritte entlang klar definierter KPIs transparent messbar.
Entscheidend ist, dass Innovation nicht isoliert erfolgt, sondern mit messbaren ESG-Zielen in Einklang gebracht wird, um konsequent zur Erreichung konkreter Klimaziele beizutragen.
Entscheidend ist eine Governance, die Nachhaltigkeit fest in Technologieentscheidungen integriert und verbindlich messbar macht. Dafür braucht es klare Verantwortlichkeiten sowie integrierte Steuerungsmodelle, in denen Technologie- und Nachhaltigkeitsinitiativen gemeinsam priorisiert werden.
Beispielsweise müssen für Technologieportfolios und einzelne Projekte systematisch CO₂-Bewertungen eingeführt werden – etwa in Form von Netto-CO₂-Analysen, die verursachte und eingesparte Emissionen gegenüberstellen.
Zentral sind zudem verbindliche Entscheidungsprozesse, bei denen Nachhaltigkeitskriterien systematisch in Investitions-, Architektur- und Lieferantenentscheidungen integriert werden. Das bedeutet konkret: Investitionen werden nicht nur nach wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern auch nach ihrem Netto-CO₂-Effekt bewertet. Architekturentscheidungen berücksichtigen beispielsweise energieeffiziente Lösungen und skalierbare Infrastrukturmodelle. Bei der Auswahl von Technologieanbietern spielen Transparenz, Emissionsdaten und konkrete Reduktionsziele eine entscheidende Rolle.
Verlässliche und transparente Daten sind die Grundlage, um Nachhaltigkeitsziele wirksam zu steuern. Insbesondere bei Technologieanbietern fehlt es heute häufig an detaillierten und vergleichbaren Informationen zum CO₂-Fußabdruck und zu Reduktionspfaden. Das erschwert es CIOs, die tatsächlichen Umweltauswirkungen ihrer IT- und KI-Initiativen zu bewerten.
Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, müssen entlang der gesamten Technologie-Lieferkette belastbare Daten verfügbar sein. Transparenz sollte daher zu einem zentralen Kriterium bei der Auswahl und Bewertung von Anbietern werden, ergänzt durch klare Anforderungen an Reporting, Emissionsdaten und Reduktionsziele.
ESG-Plattformen sind ein zentraler Enabler, um Nachhaltigkeitsperformance unternehmensweit messbar und steuerbar zu machen.
Viele Unternehmen verfügen bislang nicht über die notwendigen Tools, um Nachhaltigkeitsdaten konsistent zu erfassen und auszuwerten. Spezialisierte ESG-Plattformen schließen diese Lücke, indem sie Daten aus unterschiedlichen Quellen bündeln und eine einheitliche Steuerung ermöglichen. Sie unterstützen Unternehmen dabei, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, Fortschritte transparent zu verfolgen und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Damit werden sie zum Rückgrat eines datenbasierten ESG-Managements – und zur Voraussetzung, um Nachhaltigkeitsziele effektiv umzusetzen.
CIOs werden zu zentralen Treibkräften für das Erreichen von Umweltzielen im KI-Zeitalter, indem sie Technologie und Nachhaltigkeit strategisch zusammenführen. Ihre Rolle umfasst die aktive Mitwirkung an Governance und Strategieentwicklung ebenso wie Investitionsentscheidungen. Dazu gehören insbesondere die Steuerung von Technologieportfolios, die Bewertung von Emissionseffekten und die Umsetzung nachhaltiger Innovationsinitiativen.
Die Unternehmensleitung muss Technologie und Nachhaltigkeit strategisch enger verzahnen und CIOs ein klares Mandat für nachhaltige Transformation geben.
Bisher liegt die Verantwortung für Nachhaltigkeit häufig in isolierten Funktionen. Im KI-Zeitalter reicht das nicht mehr: Digitale Innovation, Geschäftsstrategie und Klimaziele müssen gemeinsam gesteuert werden. Dafür ist eine stärkere Einbindung von CIOs in zentrale Entscheidungs- und Governance-Strukturen entscheidend – etwa durch gemeinsame Steuerungsgremien für Technologie und Nachhaltigkeit. Dabei ist es entscheidend, dass die Geschäftsführung den Aufbau entsprechender Kompetenzen als echte Transformationsaufgabe versteht und gezielt in neue relevante Fähigkeiten investiert. Gleichzeitig braucht es klare Zielvorgaben, einheitliche Bewertungsstandards wie die Analyse des Netto-CO₂-Effekts sowie eine konsequente Verankerung von Nachhaltigkeit in Investitionsentscheidungen.