November 2025 

Großprojekte sind im Projektmanagement eine besondere Herausforderung. Man stolpert schon bei der grundlegenden Frage, was ist überhaupt ein Großprojekt?

Die vom BVA entwickelte S-O-S-Methode© für Großprojekte bezeichnet ein Projekt dann als Großprojekt, „wenn es hoch komplex ist und der Gesamtaufwand mehr als 50 Personenjahre beträgt oder das Budget über 10 Mio. EUR liegt. Auch die Auswirkungen, die ein Projekt und daraus resultierende Änderungen auf die Gesamtorganisation haben, können als Indikator dienen”.1 Großprojekte unterscheiden sich aufgrund von Planungs- und Realisierungsdauer, ihrer Komplexität, der Vielzahl der Beteiligten oder der hohen gesellschaftlichen Bedeutung von üblichen Projekten. Zu oft versuchen Projektleitungen die Herausforderung von Großprojekten durch eine oftmals unangebrachte Anwendung semi-agiler Vorgehensweisen zu bewerkstelligen, mit „Projekten im Projekt“ und weiteren kreativen Ideen. Dabei gibt es eine wenig beachtete, aber dafür umso effektivere Stellschraube. Den Einsatz eines strategisch-operativen Project-Management-Office (PMO). Was wir unter einem strategisch-operativen PMO verstehen, warum es so wichtig ist und worauf man beim Staffing achten muss, verraten wir in diesem Artikel.

Was versteht BearingPoint unter einem strategisch-operativen PMO?

Mehrjährige Transformationsprojekte mit über 100 Projektmitgliedern stellen Projektleitungen und ihre Teilprojektleitungen vor Herausforderungen, denen ein normales Project-Management-Office nicht gerecht werden kann. Insbesondere dann nicht, wenn – wie so oft – das PMO mit einem Projektbüro gleichgesetzt und entsprechend anspruchslos besetzt wird. ​

Bei BearingPoint verfolgen wir für ein PMO in einem Transformationsprojekt einen ganzheitlichen Ansatz. Wir haben für uns die folgenden fünf Grundsätze für die PMO-Tätigkeiten in Großprojekten abgeleitet, die unsere PMO-Teams befähigen als hybride Organisation je nach Bedarf tief an Problemlösungen in kritischen Themenfeldern zu arbeiten oder Workshops und Raumbuchungen zu organisieren.

 Grundsätze für die PMO-Tätigkeiten

  1. Verstehen, anstatt zu protokollieren​
  2. Wissen stets neu aufbereiten, anstatt auf ggf. nicht aktuelle Dokumente zu verweisen ​
  3. Jour-Fixe um Fokusthemen anreichern, anstatt nur die Offene-Punkte-Liste abzuhaken​
  4. Controlling und Risikomanagement mitgestalten, anstatt Berichte entgegenzunehmen​
  5. Organigramme stetig inhaltlich hinterfragen

 

Das strategisch-operative PMO ist eben deutlich mehr als ein Projektbüro: Es gestaltet die Projektmanagement-Prozesse mit, erkennt inhaltliche Zusammenhänge, sorgt für ein aktives Wissensmanagement und ist ein Sparringspartner für die Leitungen des Projektes und der Teilprojekte.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines strategisch-operativen PMO sollten zwingendermaßen ein natürliches Interesse an dem Projekt haben, bestenfalls natürlich passende Fachkenntnisse aus vorherigen Projekten. Das Interesse muss die interne Projektleitung in Vorauswahl-Gesprächen herausarbeiten. Die ersten Meter beim Onboarding sind für die Etablierung des strategisch-operativen PMO von besonderer Bedeutung.

Weiterhin ist es von hoher Bedeutung, dass alle, egal ob neu im Beruf oder erfahren in der Unternehmensberatung, einen „Easy-to-work-with”-Spirit mitbringen. Wenn wir auf die konkreten Aufgaben des PMO blicken, heißt das zum Beispiel, dass im Bedarfsfall auch ein Senior Manager offen dafür ist, einen Termin zu protokollieren. Denn beim strategisch-operativen PMO geht es beim Protokollieren eines Meetings eben nicht um das reine Mitschreiben, sondern um das korrekte Erfassen und nachvollziehbare Aufbereiten der Ergebnisse des Termins.

Der dritte kritische Faktor beim Staffing ist die Chemie zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Ein erfolgreiches strategisch-operatives PMO ist Sparringpartner der Projektleitung großer Transformationsprojekte. Um diese Rolle voll auszufüllen, muss von vornherein klar sein, dass das PMO die Projektleitung auch kritisch hinterfragen kann. Dafür sind die Grundvoraussetzungen auf menschlicher Ebene schon vor dem ersten Einsatztag zu schaffen.

Großprojekte erfordern mehr als klassische Projektsteuerung. Sie brauchen ein strategisch-operatives Project Management Office, das aktiv gestaltet, mitdenkt und mitarbeitet. BearingPoint bringt hierfür nicht nur methodische Expertise, sondern auch eine Unternehmenskultur mit, die auf Zusammenarbeit, Eigenverantwortung und einem „Easy-to-work-with“-Spirit basiert.

Wie BearingPoint im Projektmanagement von Großprojekten unterstützt

Unsere Beraterinnen und Berater verstehen sich als Sparringspartner der Projektleitung und bringen neben fachlicher Kompetenz auch die nötige Sensibilität für die Dynamik komplexer Transformationsprojekte mit. Mit einem individuell zugeschnittenen Project Management Office schaffen wir Strukturen, die nicht nur funktionieren, sondern echten Mehrwert liefern.

Ob beim Aufbau eines Project Management Office, der Auswahl geeigneter Mitarbeitender oder der Etablierung effizienter Prozesse: BearingPoint steht als verlässlicher Partner an Ihrer Seite.

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