• Dezember 2025

Der europäische und globale Zahlungsverkehr befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Digitalisierung, neue Technologien und regulatorische Vorgaben verändern die Art und Weise, wie Konsumierende und Unternehmen bezahlen. Die Retail-Payments-Market Studie 2025, erstellt von BearingPoint in Zusammenarbeit mit OeNPAY, beleuchtet die aktuellen Entwicklungen und zeigt, wohin die Reise geht.

Zentrale Entwicklungen

Innovationskraft im Vergleich

Der Paymentinnovations Index, bewertet die Innovationsleistung nationaler Zahlungsverkehrsmärkte und zeigt unter anderem wo Deutschland, Österreich und Schweiz im globalen Vergleich stehen. Die Methodik basiert auf einem Expert Judgement zu technologischer Fortschrittlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und regulatorischer Unterstützung. 

Die Ergebnisse zeigen:

  • Schweiz und Österreich liegen mit Indizes von 67,4 bzw. 63,9 Punkten im oberen Mittelfeld.
  • Deutschland weist mit 60,1 Punkten Nachholbedarf auf – bedingt durch die starke Rolle der Lastschrift und eine vergleichsweise konservative Bargeldtradition.
  • Global betrachtet führen Länder wie Australien und China das Ranking an, während Emerging Markets durch mobile Lösungen stark aufholen. Abbildung 1

Abbildung 1: Detailansicht der Entwicklung des Payment Innovationsindex ausgewählter Länder 2018-2023


Marktentwicklung in Europa

Die Analyse der bargeldlosen Transaktionen in europäischen Ländern zeigt ein kontinuierliches Wachstum bei Anzahl und Volumen. Während Länder wie Schweden und die Niederlande nahezu vollständig auf digitale Zahlungen setzen, bleibt Bargeld in Österreich und Deutschland kulturell tief verankert. Dennoch steigt die Nutzung kontaktloser Zahlungen und Mobile Payments auch hier deutlich. Die Studie zeigt, dass die Anzahl bargeldloser Zahlungen in den letzten elf Jahren jährlich um durchschnittlich 6,36 Prozent gestiegen ist, während das Volumen um 3,97 Prozent wuchs. Gleichzeitig sank der Wert pro Transaktion um 1,85 Prozent pro Jahr – ein klarer Hinweis auf die zunehmende Bedeutung von Kleinbetragszahlungen und digitalen Lösungen. Die EU verfolgt mit der Retail Payments Strategy das Ziel, ein harmonisiertes, paneuropäisches Zahlungssystem zu schaffen, das Instant Payments als Standard etabliert. Die Umsetzung ist jedoch komplex: Sie erfordert Investitionen in Infrastruktur, Interoperabilität und Sicherheitsstandards.

Abbildung 2Abbildung 2: Entwicklung der Anzahl und Volumen von bargeldlosen Transaktionen in europäischen Ländern


Deutschland im Fokus

Der deutsche Markt steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Bargeld ist weiterhin die am häufigsten genutzte Zahlungsmethode, doch kontaktlose Kartenzahlungen und Mobile Payment gewinnen an Bedeutung. Die Girocard bleibt ein zentrales Element des Zahlungsverkehrs. Die Entwicklung bargeldloser Transaktionen in Deutschland verdeutlicht den Trend. Deutschland bewegt sich langsam, aber stetig in Richtung Digitalisierung. Bargeld bleibt die meistgenutzte Zahlungsmethode, doch kontaktlose Kartenzahlungen und Mobile Payment gewinnen an Bedeutung. Die Girocard ist weiterhin zentral, ergänzt durch internationale Karten für den E-Commerce. Charakteristisch ist die dominante Rolle der SEPA-Lastschrift, die mit 39 Prozent aller Transaktionen führend in Europa ist. Instant Payments und neue regulatorische Vorgaben wie PSD3 werden den Wandel beschleunigen.

Abbildung 3Abbildung 3: Entwicklung bargeldlose Transaktionen Deutschland

Ausblick

Fazit

Der Zahlungsverkehr steht vor einer evolutionären, nicht disruptiven Transformation. Die Studie zeigt klar: Bargeld bleibt kulturell verankert, doch digitale und mobile Zahlungen gewinnen stetig an Bedeutung. Instant Payments, Embedded Payments und digitale Zentralbankwährungen sind keine Zukunftsvision mehr, sondern konkrete Entwicklungen, die den Markt in den kommenden Jahren prägen werden.

Für Marktteilnehmende bedeutet das: Technologie, Compliance und Kundennutzen müssen intelligent miteinander verbunden werden. Wer sich frühzeitig auf regulatorische Anforderungen wie PSD3, MiCAR und DORA vorbereitet und gleichzeitig in Innovation investiert, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Rolle der klassischen Hausbank als alleiniger Anbieter wird sich auflösen – stattdessen entstehen Ökosysteme aus Banken, FinTechs, BigTechs und Plattformanbietern.

Die Herausforderung liegt in der Balance: digitale Souveränität wahren, Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig Kundenerwartungen an Komfort und Geschwindigkeit erfüllen. Unternehmen, die diese Balance meistern, werden nicht nur überleben, sondern den Zahlungsverkehr aktiv mitgestalten. Die nächsten Jahre sind entscheidend, um die Weichen für eine Zahlungslandschaft zu stellen, die effizient, interoperabel und zukunftsfähig ist.

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