Der Paymentinnovations Index, bewertet die Innovationsleistung nationaler Zahlungsverkehrsmärkte und zeigt unter anderem wo Deutschland, Österreich und Schweiz im globalen Vergleich stehen. Die Methodik basiert auf einem Expert Judgement zu technologischer Fortschrittlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und regulatorischer Unterstützung.

Abbildung 1: Detailansicht der Entwicklung des Payment Innovationsindex ausgewählter Länder 2018-2023
Die Analyse der bargeldlosen Transaktionen in europäischen Ländern zeigt ein kontinuierliches Wachstum bei Anzahl und Volumen. Während Länder wie Schweden und die Niederlande nahezu vollständig auf digitale Zahlungen setzen, bleibt Bargeld in Österreich und Deutschland kulturell tief verankert. Dennoch steigt die Nutzung kontaktloser Zahlungen und Mobile Payments auch hier deutlich. Die Studie zeigt, dass die Anzahl bargeldloser Zahlungen in den letzten elf Jahren jährlich um durchschnittlich 6,36 Prozent gestiegen ist, während das Volumen um 3,97 Prozent wuchs. Gleichzeitig sank der Wert pro Transaktion um 1,85 Prozent pro Jahr – ein klarer Hinweis auf die zunehmende Bedeutung von Kleinbetragszahlungen und digitalen Lösungen. Die EU verfolgt mit der Retail Payments Strategy das Ziel, ein harmonisiertes, paneuropäisches Zahlungssystem zu schaffen, das Instant Payments als Standard etabliert. Die Umsetzung ist jedoch komplex: Sie erfordert Investitionen in Infrastruktur, Interoperabilität und Sicherheitsstandards.
Abbildung 2: Entwicklung der Anzahl und Volumen von bargeldlosen Transaktionen in europäischen Ländern
Der deutsche Markt steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Bargeld ist weiterhin die am häufigsten genutzte Zahlungsmethode, doch kontaktlose Kartenzahlungen und Mobile Payment gewinnen an Bedeutung. Die Girocard bleibt ein zentrales Element des Zahlungsverkehrs. Die Entwicklung bargeldloser Transaktionen in Deutschland verdeutlicht den Trend. Deutschland bewegt sich langsam, aber stetig in Richtung Digitalisierung. Bargeld bleibt die meistgenutzte Zahlungsmethode, doch kontaktlose Kartenzahlungen und Mobile Payment gewinnen an Bedeutung. Die Girocard ist weiterhin zentral, ergänzt durch internationale Karten für den E-Commerce. Charakteristisch ist die dominante Rolle der SEPA-Lastschrift, die mit 39 Prozent aller Transaktionen führend in Europa ist. Instant Payments und neue regulatorische Vorgaben wie PSD3 werden den Wandel beschleunigen.
Abbildung 3: Entwicklung bargeldlose Transaktionen Deutschland
Der Digitale Euro wird den Zahlungsverkehr grundlegend verändern. Laut Studie würde ihn jede dritte europäische Person nutzen, in Österreich sogar 45 Prozent. Besonders gefragt sind kostenfreie Nutzung, breite Akzeptanz und Datensicherheit. Banken genießen dabei deutlich mehr Vertrauen als Tech-Konzerne. Der Digitale Euro wird bestehende Verfahren ergänzen – vor allem im Online-Shopping und bei P2P-Zahlungen – und eröffnet neue Geschäftsmodelle wie integrierte Wallets und digitale Identitäten. Marktteilnehmendd müssen ihre Systeme jetzt auf CBDCs vorbereiten.
Zahlungen verschwinden zunehmend aus dem Sichtfeld der Kund:innen. Embedded Payments integrieren den Bezahlvorgang direkt in Apps, Plattformen oder Geräte – vom automatischen Bezahlen im Mobilitätsdienst bis zum „One-Click“-Checkout im E-Commerce. Für Unternehmen bedeutet das: API-Schnittstellen, Open Banking und starke Sicherheitsmechanismen sind Pflicht. Wer Embedded Payments nicht anbietet, verliert die Kundenschnittstelle und damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
KI, Blockchain und Cloud sind die Schlüsseltechnologien für den Zahlungsverkehr der Zukunft. KI verbessert Betrugsprävention und personalisierte Services, Blockchain ermöglicht transparente und schnelle Transaktionen, und Cloud sorgt für Skalierbarkeit und Echtzeitfähigkeit. Unternehmen müssen in modulare Plattformen investieren und regulatorische Anforderungen wie DORA und PSD3 erfüllen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.