Viele Banken investieren bereits in generative KI, doch die Anwendungen bleiben häufig auf einzelne Anwendungsfälle begrenzt. In seinem Gastbeitrag für Der Bank Blog zeigt Tobias Thonak, Partner im Bereich Data, Analytics & AI bei BearingPoint, warum nicht die Technologie, sondern das Verständnis der eigenen Geschäftsprozesse über den Transformationserfolg entscheidet. Statt lediglich nach Einsatzmöglichkeiten für KI zu suchen, sollten Banken zunächst jene Abläufe identifizieren, die den größten operativen Aufwand verursachen und das höchste Verbesserungspotenzial bieten.


KI-gestützte Prozessanalysen können dabei Informationen aus Prozessdiagrammen, Richtlinien, Arbeitsanweisungen, Sitzungsprotokollen und weiteren Dokumentationen zusammenführen. So entsteht ein konsolidiertes Bild der tatsächlichen Abläufe, das über die Analyse klassischer System- und Ereignisdaten hinausgeht. Fachliche Expertise bleibt dabei unverzichtbar: Mitarbeitende validieren die von der KI entwickelten Ergebnisse, ergänzen relevantes Wissen und gewährleisten fachliche Qualität, regulatorische Sicherheit und organisatorische Akzeptanz.

Am Beispiel des Firmenkreditgeschäfts wird deutlich, welches Potenzial dieser Ansatz bietet. KI kann Engpässe, doppelte Prüfungen, manuelle Übergaben und wiederkehrende Tätigkeiten über verschiedene Organisationseinheiten hinweg erkennen. Darauf aufbauend lassen sich Prozesse für die Zusammenarbeit zwischen Menschen und spezialisierten KI-Agenten neu gestalten. Einzelne Agenten könnten beispielsweise Dokumentenanalysen, Bonitätsbewertungen, Compliance-Prüfungen oder Risikoanalysen übernehmen, während ein übergeordneter Agent den Ablauf koordiniert und Sonderfälle an die zuständigen Fachleute weiterleitet.

Mit BE.Flow hat BearingPoint eine KI-gestützte Lösung entwickelt, die bestehende Prozessinformationen analysiert, Ineffizienzen und Automatisierungspotenziale sichtbar macht und erste Entwürfe für agentische Zielprozesse erstellt. Durch den konsequenten Human-in-the-Loop-Ansatz können Fachbereiche die Vorschläge überprüfen und schrittweise weiterentwickeln. Ein erster agentischer Prozessentwurf lässt sich dadurch laut dem Beitrag innerhalb weniger Stunden statt mehrerer Wochen erstellen.

Die zentrale Botschaft

Erfolgreich werden dabei nicht zwangsläufig jene Institute sein, die Zugang zu den leistungsfähigsten KI-Modellen haben. Den entscheidenden Vorsprung werden diejenigen Banken erzielen, die ihre Prozesse am besten verstehen, den geschäftlichen Mehrwert von KI gezielt erkennen und ihre Abläufe konsequent zu intelligenten, orchestrierten und kontinuierlich lernenden agentischen Workflows weiterentwickeln können.

Der Beitrag "Von der Prozessanalyse zum Agentic Banking" ist am 2. September 2026 im "Der Bank Blog" erschienen.

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  • Alexander Bock
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