In der Ausgabe 4/2026 der Fachzeitschrift IT Spektrum zeigen die BearingPoint-Experten Christian Lochert, Afshad Syed-Ahmed und Lutz Lademann auf, wie digitale Souveränität in der Cloud künftig objektiv bewertet werden kann. Im Mittelpunkt des Beitrags „Digitale Souveränität in der Cloud: vom Buzzword zur prüfbaren Realität mit dem neuen EU-Framework“ steht das neue EU Cloud Sovereignty Framework, das erstmals eine einheitliche Grundlage schaffen soll, um Cloud-Angebote hinsichtlich ihrer Souveränität transparent und vergleichbar zu bewerten.


Digitale Souveränität als strategische Herausforderung

Digitale Souveränität gewinnt insbesondere für Bund, Länder und die öffentliche Verwaltung an Bedeutung. Der Schutz sensibler Daten, regulatorische Anforderungen und die Sicherung staatlicher Handlungsfähigkeit machen souveräne Cloud-Lösungen zu einem zentralen strategischen Thema. Vor diesem Hintergrund untersucht der Artikel das 2025 veröffentlichte EU Cloud Sovereignty Framework, das erstmals einen einheitlichen Kriterienkatalog zur Bewertung von Cloud-Souveränität bereitstellt. 

Dr. Christian Lochert

Digitale Souveränität ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis bewusster strategischer Entscheidungen.

Dr. Christian Lochert, Partner bei BearingPoint

Das EU Cloud Sovereignty Framework im Praxistest

Anhand von Sovereign-Cloud-Angeboten von AWS, Microsoft und Google analysieren die Autoren, ob sich dieses Framework in der Praxis anwenden lässt. Im Fokus steht dabei weniger der direkte Vergleich einzelner Angebote als vielmehr die Frage, ob Souveränitätsmerkmale systematisch erfasst, Abhängigkeiten transparent gemacht und eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage bereitgestellt wird.

Die Analyse zeigt, dass die untersuchten Angebote die Anforderungen an vollständige Souveränität nicht erreichen. Sie sind deshalb jedoch nicht grundsätzlich unsouverän. Vielmehr bestehen in mehreren Souveränitätszielen weiterhin strukturelle Abhängigkeiten und Optimierungspotenziale.

Handlungsempfehlungen

Die Autoren empfehlen folgende drei Schritte für Organisationen im öffentlichen Bereich:

1. Relevante Souveränitätsziele frühzeitig festlegen.

2. Für unterschiedliche Domänen/Anwendungsfälle das notwendige Souveränitatsniveau definieren.

3. Die gewonnenen Erkenntnisse konsequent in Transformationsprogramme übertragen.

Fazit: Klare Kriterien für fundierte Cloud-Entscheidungen 

Das EU Cloud Sovereignty Framework kann dazu beitragen, Cloud-Angebote anhand nachvollziehbarer Kriterien zu bewerten und Souveränitätsanforderungen transparenter zu machen. Für öffentliche Organisationen bietet es eine Grundlage, um Cloud-Strategien gezielt an den eigenen Anforderungen auszurichten. Die Autoren empfehlen daher, Souveränitätsziele fest in der IT-Strategie zu verankern und internationale wie europäische Lösungen anhand klar definierter Kriterien kritisch zu prüfen.

Wünschen Sie weitere Informationen?

Wenn Sie mehr über diesen Medienbericht erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Experten, die gerne von Ihnen hören.

Public & Health Services

Zukunftsfähige öffentliche Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung für eine Welt im Wandel

Zukunftsfähige öffentliche Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung für eine Welt im Wandel