Blockchain gilt als Schlüsseltechnologie für die deutsche Wirtschaft und Industrie der Zukunft – aber unter welchen Voraussetzungen? Beim Experten-Roundtable „Digitale Identität und Blockchain“ diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Journalismus über Chancen, Risiken und rechtliche Rahmenbedingungen. MdB Axel Knoerig (CDU): „Richtig genutzt, könnten wir mit Blockchain alternative Modelle zu den US-Datengiganten Facebook oder Google aufbauen.“

Frankfurt am Main, 6. Juni 2019 – Die Blockchain-Technologie wird eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands der kommenden Jahre spielen. Das ist das Ergebnis des Experten-Roundtables „Digitale Identität und Blockchain“ der Management- und Technologieberatung BearingPoint, zu dem Ende Mai in Frankfurt Branchen-Experten aus den Bereichen Banken, Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Journalismus zusammenkamen. Welche Potenziale bietet Blockchain und wie können branchenübergreifende Industriestandards und Netzwerkeffekte geschaffen werden? Diese und andere Fragen diskutierten die Teilnehmer in einer kontroversen Debatte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Roland Tichy, dem vormaligen Chefredakteur der WirtschaftsWoche.

Bundesregierung will Blockchain-Strategie vorstellen
Um im Vergleich mit China oder den USA nicht den Anschluss zu verlieren, müsse die Bundesregierung jetzt die Grundlage für eine erfolgreiche Blockchain-Implementierung in Deutschland legen, sagte der CDU-Politiker und Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig während seines Vortrags. „Für eine gute Regulierung der Blockchain-Technologie ist die Technologie-Neutralität entscheidend, sodass sich am Markt die besten und innovativsten Lösungen durchsetzen können. Richtig genutzt, könnten wir mit Blockchain endlich alternative Modelle zu den US-Datengiganten wie Facebook oder Google aufbauen“, erklärt der Fachpolitiker zum Thema Digitalisierung innerhalb der CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestages. Dafür sei eine gezielte Blockchain-Strategie nötig, die die Bundesregierung derzeit erarbeitet und die im Sommer vorgestellt werden soll. Darin sollen sich beispielsweise Vorschläge finden, um die Risiken der Technologie zu minimieren und Wirtschaft und Wissenschaft besser miteinander zu vernetzen. An der Online-Konsultation der Bundesregierung zur Blockchain-Strategie sowie an der ersten öffentlichen Sachverständigenanhörung zur Blockchain-Technologie im Deutschen Bundestag hatte sich auch BearingPoint beteiligt, um den politischen Entscheidungsprozess zu unterstützen.

Blockchain kann digitale Identitäten sicherer machen
Veronika Kütt vom Blockchain Center der Frankfurt School of Finance and Management sieht durch die Blockchain-Technologie einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel im Zeitalter der Digitalisierung auf uns zukommen: „Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, dem Einzelnen nicht nur Souveränität über sein Geld, sondern auch über seine Identität und seine Daten im Allgemeinen zurückzugeben“, erklärte die Expertin. Dirk Schrade, stellvertretender Leiter des Zahlungsverkehrs und Abwicklungsgeschäftes bei der Deutschen Bundesbank, schränkt jedoch ein: „Auch bei Blockchain-basierten Systemen unterwirft sich der Nutzer einem System mit Regeln.“ Dr. Robert Bosch, Partner bei BearingPoint ergänzt hierzu: „Digitale Identitäten mit sicherem Bezug zum realen Individuum stellen den Ausgangspunkt für die Rechtssicherheit aller digital abgeschlossenen Geschäfte dar. Die Blockchain-Technologie schafft aufgrund ihrer Manipulationssicherheit und Verfügbarkeit in Echtzeit neue Möglichkeiten, bestehende Regeln schneller und besser durchzusetzen“.

Die Sicherheit digitaler Identitäten thematisierte auch Prof. Dr. Fabian Schär von der Universität Basel in seinem Redebeitrag: „Hier können kryptografische Signaturen und öffentliche Blockchains Abhilfe schaffen.” Professor Schär und Dr. Robert Bosch warnen jedoch auch vor einem allzu leichtfertigen Einsatz der Blockchain-Technologie. „Während die Daten auf der Blockchain selbst manipulationssicher sind, bleibt Gewährleistung der Manipulationssicherheit realer Dinge, auf die sich die Daten beziehen, eine Herausforderung,“ fasst Dr. Robert Bosch zum Abschluss der Expertenrunde zusammen.

Über BearingPoint
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