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BearingPoint-Umfrage zeigt: Behörden begrüßen Ausbau von E-Government-Angeboten / Finanzierung und Mangel an Fachkräften gelten als Herausforderung

Berlin, 7. Juni 2013 – Das E-Government-Gesetz befindet sich auf der Zielgeraden – der Bundesrat muss heute nach der bereits vorliegenden Zustimmung durch den Bundestag final über die Zukunft des Gesetzes entscheiden. Es soll Bürgerinnen und Bürgern die elektronische Kommunikation mit Ämtern erleichtern, den Verwaltungsapparat maßgeblich modernisieren und Deutschland wettbewerbsfähiger machen. Die Behörden selbst knüpfen hohe Erwartungen an das Gesetz, sehen jedoch auch klar die Herausforderungen in der Umsetzung. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint (www.bearingpoint.com) bei Mitarbeitern aus über 100 Behörden der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung, die in Projekten zur Verwaltungsmodernisierung in den vergangenen Jahren mitgewirkt haben. Demnach begrüßen die Befragten mehrheitlich das Gesetz: 89 Prozent denken, dass die deutsche Wirtschaft von dem durch das Gesetz geregelten Ausbau von E-Government profitieren wird, 83 Prozent prognostizieren einen deutlichen Nutzen für die öffentliche Verwaltung und mehr als 70 Prozent erwarten einen maßgeblichen Modernisierungsschub für die eigene Behörde. Weiterhin glauben über zwei Drittel an eine bessere Verknüpfung mit der technischen Infrastruktur der Wirtschaft, was zu effizienteren Verwaltungsverfahren für Unternehmen und Behörden beitragen kann.

„Die Ergebnisse zeigen, dass das E-Government-Gesetz von der Verwaltung als ein wichtiger Faktor gesehen wird, um die Anforderungen von Bürgern und Wirtschaft zukünftig erfüllen zu können. Es gilt als ein Generalschlüssel zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung und wird in den kommenden Jahren nicht nur die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern verändern, sondern viel mehr auch die Arbeit der Verwaltung selbst beeinflussen“, sagt Alexander Schmid, Partner bei BearingPoint und spezialisiert auf die strategische Beratung zur Verwaltungsmodernisierung.

Hürden für eine erfolgreiche Umsetzung des E-Government-Gesetzes

Damit sich die erwarteten Vorteile einstellen, besteht für die Behörden allerdings noch Handlungsbedarf: 78 Prozent der Befragten sehen in der Finanzierung der Gesetzesfolgen die größte Herausforderung. Die angestrebte Modernisierung der Verwaltung erfordert Investitionen in die Behörden-IT und die Reorganisation der Verwaltungsprozesse, die in den Behördenhaushalten berücksichtigt werden müssen. Wo möglich, werden zentrale E-Government-Angebote gefordert, die behördenübergreifend genutzt werden können. Auch die Bereitstellung des erforderlichen Fachpersonals zur Umsetzung des Gesetzes betrachtet mit 77 Prozent eine deutliche Mehrheit der Befragten als große Herausforderung. Vor allem die notwendigen Fachkräfte in IT und Projektmanagement werden als knappe Ressourcen benannt. Eine weitere Herausforderung besteht in der flächendeckenden Nutzbarkeit: Da mit dem Bundesgesetz nicht alle Aspekte auch für die Länder geregelt sind, benötigen diese jeweils eigene E-Government-Gesetze. Der Bund liefert mit dem Bundesgesetz jedoch eine wichtige Orientierung beispielsweise zum Einsatz der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises und zur elektronischen Zusammenarbeit von Behörden.

Chancen für europäische Verwaltung

In der heute vernetzten Welt und einem zusammenwachsenden Europa reichen nationale Standards nicht mehr aus, um langfristig und zukunftsorientiert zu agieren. Die Teilnehmer der Umfrage weisen deswegen auch auf die Anforderung einer umfassenden Integration der deutschen Verwaltung in ein europäisches E-Government hin und die damit verbundenen Chancen zur Stärkung des Standorts Deutschland. Hier werden nicht nur die Abhängigkeiten von den Vorgaben der Europäischen Kommission gesehen. Vielmehr wird in diesem Zusammenhang auch das Exportpotenzial deutscher E-Government-Lösungen wahrgenommen, wenn bei den europäischen Nachbarn wie Frankreich, Großbritannien oder Polen bislang noch keine vergleichbare rechtliche Grundlage oder vergleichbare notwendige technische Infrastrukturen zum Beispiel für sichere elektronische Identitäten bestehen.

„Die Chancen für Deutschland wie Europa sind vielfältig. Jetzt gilt es jedoch, die Umsetzung des Gesetzes an der hohen Erwartungshaltung auszurichten. Das Thema Sicherheit ist hierbei ein wesentlicher Aspekt zur breiten Akzeptanz der E-Government-Angebote – und sollte weiterhin im Fokus der Entwicklungen stehen. Zudem müssen Verwaltungsmitarbeiter frühzeitig eingebunden werden, damit die gewünschten Effekte erzielt werden können. Hier braucht es Management und Aufklärung“, erläutert Alexander Schmid abschließend.

Die Auswertung der Umfrageergebnisse finden Sie zum Download in der rechten Spalte.

Über das E-Government-Gesetz

Das E-Government-Gesetz (= Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung) soll bundesrechtliche Hindernisse für das E-Government abbauen und die elektronische Kommunikation mit der Verwaltung erleichtern. Das Gesetz soll zudem über die föderalen Ebenen hinweg Wirkung entfalten und es Bund, Ländern und Kommunen ermöglichen, einfachere, nutzerfreundlichere und effizientere elektronische Verwaltungsdienste anzubieten. Deswegen ist das Gesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig.

Das Gesetz regelt u. a. folgende Punkte:

  • Verpflichtung der Verwaltung zur Eröffnung eines elektronischen Kanals und zusätzlich der Bundesverwaltung zur Eröffnung eines DE-Mail-Zugangs
  • Grundsätze der elektronischen Aktenführung und des ersetzenden Scannens
  • Erleichterung bei der Erbringung von elektronischen Nachweisen und der elektronischen Bezahlung in Verwaltungsverfahren
  • Regelung zur Bereitstellung von maschinenlesbaren Datenbeständen durch die Verwaltung („open data“)
  • Abbau von Schriftformerforderdernissen und Ersetzung der qualifizierten elektronischen Signatur durch andere elektronische Verfahren wie z. B. DE-Mail.
Über BearingPoint

BearingPoint Berater haben immer im Blick, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen permanent verändern und die daraus entstehenden komplexen Systeme flexible, fokussierte und individuelle Lösungswege erfordern. Unsere Kunden, ob aus Industrie und Handel, der Finanz- und Versicherungswirtschaft oder aus der öffentlichen Verwaltung, profitieren von messbaren Ergebnissen, wenn sie mit uns zusammenarbeiten. Wir kombinieren branchenspezifische Management- und Fachkompetenz mit neuen technischen Möglichkeiten und eigenen Produkt-Entwicklungen, um unsere Lösungen an die individuellen Fragestellungen unserer Kunden anzupassen. Dieser partnerschaftliche, ergebnisorientierte Ansatz bildet das Herz unserer Unternehmenskultur und hat zu nachhaltigen Beziehungen mit vielen der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen geführt. Unsere 3.500 Mitarbeiter unterstützen zusammen mit unserem globalen Beratungs-Netzwerk Kunden in über 70 Ländern und engagieren sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bearingpoint.com und in der BearingPoint Toolbox: http://toolbox.bearingpoint.de

Pressekontakt

Alexander Bock
Manager Communications
Tel. +49 89 540338029