Suche
Toggle location

EIOPA-Bericht vom 10. Juli bedingt weitere Modifikationen der aktuellen QRT-Templates

Frankfurt am Main, 31. Juli 2012 – Die Management- und Technologieberatung BearingPoint (www.bearingpoint.com) hat die Konsultationsergebnisse zu zwei Teilbereichen des Solvency II-Reportings bewertet, welche die Europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA am 10. und 12. Juli 2012 veröffentlicht hat. Ergebnis dieser Bewertung: Es wird ein signifikanter, zusätzlicher Aufwand notwendig sein, um die existierenden Solvency II-Berichtswerkzeuge an die neuesten Anforderungen anzupassen.

EIOPA erlies die neuen Bestimmungen zu den Berichts- und Veröffentlichungspflichten der Versicherungsunternehmen unter Solvency II als Reaktion auf das Feedback der im 4. Quartal 2011 abgehaltenen Säule 3-Konsultation. Die Ergebnisse des EIOPA-Reports analysierte BearingPoint mit dem Ziel, die Auswirkung auf die Implementierung in den Unternehmen zu bewerten. Während oberflächlich betrachtet die zu berichtenden Daten unverändert bleiben, wird bei genauerer Betrachtung die zusätzliche Komplexität deutlich – neue Berichtsdokumente müssen generiert und das Layout der bestehenden Berichte geändert werden.

Detailliert untersuchte BearingPoint die neuen EIOPA-Templates, um die Veränderungen der im November / Dezember 2011 veröffentlichten Templates für das quantitative Reporting (QRTs) zu identifizieren und kontinuierlich seine ABACUS/Solvency II Reporting-Lösung, die bereits von einer großen Zahl von Versicherungsunternehmen in Europa implementiert wurde, entsprechend anzupassen. Wie im Diagramm im Anhang aufgezeigt, bewertete die Untersuchung die 84 unterschiedlichen Templates bezüglich Layout und Inhalt:

22 Templates sind in neuem Layout zu erstellen
(inkl. 1 mit neuem Inhalt)

51 Templates sind zu modifizieren (78% der alten QRTs)

11 Templates sind in Hinblick auf korrekte Daten-anlieferung zu kontrollieren (17% der alten QRTs)

2 Templates wurden gelöscht (3% der alten QRTs)

Financial Stability ist kein separates QRT mehr, sondern vielmehr eine Kategorie von QRTs (z.B. profit & loss, lapses, duration liabilities, etc.). Die Einzelelemente wurden als neue Templates aufgeführt, die eigentliche Summary Übersicht wurde nicht in die Betrachtung einbezogen, da diese durchaus weiterhin als Übersichtstemplate angefordert werden könnte.

Auch die Komplexität der anstehenden Modifikationen wurde bewertet, indem BearingPoint die neuen QRTs auf einer Meta-Ebene betrachtet und ihren Einfluss bezüglich Zuordnung, Validierung, Datenmodell, Layout-Anpassungen usw. berücksichtigt hat. BearingPoint stellte fest, dass 90 Prozent der „neuen“ Templates und 65 Prozent der „modifizierten“ Templates Anpassungen mittlerer Komplexität erfordern, während fünf der 84 Templates Veränderungen hoher Komplexität unterliegen. Zusätzlich entsteht durch die neuen LOG-Dokumente (Übersichtsdokumente und Ausfüllhinweise) ein Anpassungsbedarf in der Dokumentation.

„EIOPAs Veröffentlichung ihrer Säule 3-Konsultationsergebnisse ist ein großer Schritt, um die Unsicherheiten zu beseitigen, in welcher Detailschärfe und Form Aufsichtsbehörden bestimmte Informationen in Zukunft erhalten sollen”, kommentiert Patrick Mäder, Partner und Leiter für das Segment Versicherungen bei BearingPoint. Jürgen Lux, Partner und Leiter ABACUS/Solvency II bei BearingPoint, fügt hinzu: „Wir legen ein Hauptaugenmerk darauf, unsere Säule 3-Berichtslösung kontinuierlich den neuen EIOPA-Bestimmungen anzupassen. Das ist integraler Bestandteil der laufenden Betreuung und Beratungsleistung, die wir unseren ABACUS/Solvency II-Kunden bieten.”

Trotz der Empfehlungen ihres finalen Berichts weist EIOPA als neutrale Aufsichtsbehörde Versicherer in einer Pressemitteilung auf die laufenden Diskussionen hin, die sich auf die Omnibus II-Direktive und zukünftige „Implementierungsmaßnahmen“ beziehen und voraussichtlich zu weiteren Änderungen der Berichtsanforderungen führen werden. Das Design und die Struktur der Templates dürfte ebenso von der Entwicklung entsprechender IT-Berichtsstandards betroffen sein (z.B. XBRL).

EIOPA hält Versicherer zur Implementierung von Solvency II-Lösungen an

Dennoch empfiehlt die EIOPA den Unternehmen nachdrücklich, dieses Paket schon jetzt für die Implementierung zu verwenden, um auf das Solvency II-Berichtswesen, das zum 1. Januar 2014 verpflichtend wirksam wird, vorbereitet zu sein. Eine vollständige, finale Dokumentation des Solvency II-Berichtswesens ist voraussichtlich erst 2013 verfügbar. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird diese enthalten:

  • Technische Standards – Templates, inhaltliche Erläuterungen und Veränderungen, Validierungen
  • Guidelines – Inhalte und Templates, die von den technischen Standards nicht berücksichtigt werden
  • Guidelines für die XBRL-Implementierung

Der EIOPA-Bericht deutet auch auf andere Aspekte der Säule 3 hin, die zu weiterem Aufwand und Kosten für Versicherer führen könnten (z.B. Test / Implementierung von XBRL-Standards – geschätzte Dauer zwei Jahre – oder die quartalsweise geforderte Solvency II-Bilanzaufstellung). Zudem werden Aspekte im Berichtswesen und bei der Offenlegung hervorgehoben, bei denen die Anforderungen wesentlich geändert wurden:

  • Potential für Ausnahmeregelungen sowie Anwendung von Signifikanzschwellen für einzelne Templates
  • Kriterien für den Quartalsbericht und Informationsaufteilung zwischen Quartals- und Jahresbericht
  • Anpassungen und Ergänzungen für einige Templates und speziell für die „Own Funds“, „Variation Analysis“ und „Counterparty Default Risk“ Templates

Unternehmen sind nun gefordert, Methoden für die vierteljährliche Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen und Best-Effort-Berechnungen für die Finanzstabilitäts-Berichterstattung zu entwickeln.

Über BearingPoint

BearingPoint berät Unternehmen und Organisationen in den Bereichen Commercial Services, Financial Services und Public Services bei der Lösung ihrer dringendsten und wichtigsten Aufgaben. In enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Kunden definieren BearingPoint-Berater anspruchsvolle Ziele und entwickeln Lösungen, Prozesse und Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies bildet die Grundlage für einen außerordentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg – und eine außergewöhnliche Kundenzufriedenheit. Seit der Übernahme durch seine Partner im Rahmen eines Management Buy-Out ist BearingPoint eine unabhängige Unternehmensberatung, die Unternehmertum sowie Management- und Technologiekompetenz auf einzigartige Weise vereint. Das Unternehmen beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter in 15 Ländern. Das Unternehmen hat europäische Wurzeln, agiert aber global.

Für weitere Informationen: www.bearingpoint.com

Pressekontakt

Alexander Bock
Manager Communications
Tel. +49 89 540338029

Weitere Pressemitteilungen