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Experten der Automobilindustrie diskutierten mit der Unternehmensberatung BearingPoint die Auswirkungen der Elektromobilität auf die Zuliefererindustrie

München, 24. Juli 2014 – Automobilzulieferer müssen sich Gedanken über ihre Geschäftsmodelle machen. Denn neue Materialien und Technologien wie alternative Antriebsformen, die zunehmende umweltpolitische Regulierung sowie die sich wandelnde Rolle des Autos in der Gesellschaft verändern die gesamte Branche grundlegend. Welche Geschäftsmodelle Zukunft haben, diskutierten Experten und Entscheidungsträger aus Industrie und Finanzwirtschaft sowie Investoren beim Roundtable „Den Wandel in der Automobilzuliefererindustrie aktiv gestalten – Krisenbranche oder Zukunftsgewinner?” der Management- und Technologieberatung BearingPoint am 21. Juli in München.

Der Technologiewandel als Herausforderung für die Automobilindustrie

Dass der Wandel der Automobilindustrie mehr ist als nur ein Wandel der Antriebstechnik wurde bereits im ersten Vortrag deutlich. Dr. Tobias Brunner von der BMW AG betonte dies im Rahmen seiner Ausführungen über die Brennstoffzelle als alternative Antriebsart, indem er die Auswirkungen der Elektromobilität auf Basis der Energiequelle Wasserstoff/Brennstoffzelle auf die Infrastruktur darstellte. Demnach käme eine Infrastruktur, die auf Wasserstoff-Tankstellen basiert, bei Betankungszeit und Reichweite dem heutigen Benzin- und Diesel-Tankstellennetz am nächsten.

Die Rolle der Zulieferer bei Innovationen und Megatrends in der Branche

Im zweiten Block der Vortragsreihe wechselte die Perspektive und Zulieferer kamen zu Wort. Im Fokus stand dabei die Frage, wie sich Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie aufstellen müssen, um zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Die Herangehensweise an die Trends der Zukunft ist dabei durchaus unterschiedlich. Für Wolfgang Sczygiol, Leiter Entwicklung der Brose Gruppe, steht fest, dass die Zukunft für die Lieferanten nach wie vor viel Potential bietet, da sowohl die weitere Verlagerung der Wertschöpfung Richtung Zulieferer als auch die Entwicklung der elektrischen Nebenantriebe im Fahrzeug Wachstumsmöglichkeiten bieten. Entscheidend hierbei ist seiner Meinung nach jedoch, dass Automobilzulieferer Trends erkennen, diese umsetzen und innerhalb von Ideenwerkstätten Innovationen entwickeln. Dr. Stefan Penthin, Partner bei BearingPoint, unterstreicht ebenso die Bedeutung eines Innovationsmanagements, das Querdenken fördert: „Automobilzulieferer sollten sich auch trauen, neue Wege außerhalb der konventionellen Strukturen eigenständig zu gehen“.

Krisenbranche oder Zukunftsgewinner – wie sieht die Finanzwirtschaft die Zukunft der Automobilzuliefererindustrie?

Die Bankenperspektive erläuterte Dr. Guido Schacht von der UniCredit Bank AG. Er stellte nicht nur dar, wie sich Banken einen krisenresistenten Zulieferer vorstellen, sondern bewertete auch, was Unternehmen aus der letzten Krise mitgenommen haben sollten. Auf die technologische Entwicklung der Automobilbranche blickte der Bankenvertreter gelassen: „Auch in der Zukunft wird wieder eine Krise kommen, aber es ist genug Zeit, zu reagieren.“ Angesichts der langen Produktzyklen in der Automobilindustrie werden Verbrennungsmotoren den größten Marktanteil behalten. Den Durchbruch für die Elektromobilität erwartet der Experte erst nach dem Jahr 2025.

In der anschließenden Diskussion wurde die Frage nach der Marktentwicklung gestellt: Kommt die Elektromobilität großflächig oder nicht? Die Teilnehmer waren sich einig, dass Elektromobilität ein wichtiges Zukunftsthema ist. Gleichzeit gaben sie zu bedenken, dass noch viele Fragen bis dorthin gelöst werden müssen, angefangen von fehlender Infrastruktur bis hin zu fehlenden Standards, sowohl hinsichtlich der technischen Detaillösungen sowie auch nationaler Einzelinteressen. Auch aus dem globalen Blickwinkel betrachtet kam zur Sprache, dass Elektroautos zwar das Mobilitätskonzept der Wahl für städtische Regionen zu sein scheinen, aber für viele ländliche Regionen in der ganzen Welt überhaupt erst einmal die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden muss, um zum Beispiel eine ausreichende Stromversorgung zu gewährleisten. „Doch dass die Elektromobilität mit den entsprechenden neuen Anforderungen an Produkte und Materialien kommen wird, ist keine Frage. Sie wird die Branche grundlegend verändern, da mechanische Antriebskomponenten weitestgehend entfallen. Zulieferer, die sich nicht darauf einstellen, werden langfristig keine Perspektive haben“, resümiert Matthias Loebich, verantwortlicher Partner für den Bereich Automotive bei BearingPoint.

Über BearingPoint

BearingPoint Berater haben immer im Blick, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen permanent verändern und die daraus entstehenden komplexen Systeme flexible, fokussierte und individuelle Lösungswege erfordern. Unsere Kunden, ob aus Industrie und Handel, der Finanz- und Versicherungswirtschaft oder aus der öffentlichen Verwaltung, profitieren von messbaren Ergebnissen, wenn sie mit uns zusammenarbeiten. Wir kombinieren branchenspezifische Management- und Fachkompetenz mit neuen technischen Möglichkeiten und eigenen Produkt-Entwicklungen, um unsere Lösungen an die individuellen Fragestellungen unserer Kunden anzupassen. Dieser partnerschaftliche, ergebnisorientierte Ansatz bildet das Herz unserer Unternehmenskultur und hat zu nachhaltigen Beziehungen mit vielen der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen geführt. Unser globales Beratungs-Netzwerk mit 9200 Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bearingpoint.com und in der BearingPoint Toolbox: http://toolbox.bearingpoint.de

Pressekontakt

Alexander Bock
Manager Communications
Tel. +49 89 540338029

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