November 2021

Für unser Trendbarometer wurden Verbaucherinnen und Verbraucher aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Frankreich gefragt, wie wichtig ihnen Nachhaltigkeit bei Geldanlagen ist. Es wurde deutlich, dass für den Großteil Sicherheit und Rendite weiterhin die entscheidenden Aspekte bei Geldanlagen bleiben und ökologische Kriterien nicht die Hauptrolle spielen. Anders bei der jungen Generation, bei der das Interesse an Nachhaltigkeit bei Geldanlagen deutlich ansteigt.

Yvonne Quint, Partnerin bei BearingPoint

Für eine steigende Zahl der jungen Generation spielt das Thema Nachhaltigkeit bei Bankprodukten eine immer größere Rolle. Banken sind also gut beraten, sich bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzprodukte für den Markt nicht nur auf klassische Firmenkunden zu konzentrieren. Denn die Zukunft der Banken ist eng mit der Gunst der jungen Privatkunden verknüpft. Und die gute Nachricht für Banken ist, dass diese junge Kundengruppe auch eher bereit ist, höhere Aufschläge für mehr Nachhaltigkeit ihrer Hausbank zu akzeptieren.

Yvonne Quint, Partnerin bei BearingPoint

Nachhaltigkeit spielt bei der Geldanlage noch eine untergeordnete Rolle

Das Interesse von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie die Ansprüche an das Thema Nachhaltigkeit steigen. Nichtsdestotrotz hat ökologische Nachhaltigkeit für viele kaum Relevanz, wenn es um das eigene Bankkonto geht. In diesem Fall überwiegen Sicherheit und Rendite unverändert als entscheidene Faktoren. Bei den 18- bis 24-Jährigen hingegen ist für 10 Prozent Nachhaltigkeit das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Geldanlage – noch vor Sicherheit, Rendite und Kosten.

Geringe Zahlungsbereitschaft für mehr Nachhaltigkeit bei Älteren

Jüngere Kundinnen und Kunden haben eine größere Bereitschaft für mehr Nachhaltigkeit und würden auch höhere Kosten in Kauf nehmen. Durchschnittlich sind in allen befragten Ländern nur 19 Prozent aller Befragten zu Mehrkosten bereit, bei den 18- bis 24-Jährigen hingegen ganze 30 Prozent. In Deutschland ist nur jeder rund jeder Sechste mit höheren Kosten einverstanden, aber jeder Vierte der jungen Altersgruppe.

Höhrere Wechselbereitschaft zu Banken mit nachhaltigem Portfolio bei jüngeren Befragten

Die Bereitschaft, zu einer anderen Bank mit einem breiteren Portfolio an ökologisch nachhaltigen Produkten zu wechseln, ist bei der jüngeren Kundschaft ebenfalls ausgeprägter. Bei den deutschen Befragten gaben nur 23 Prozent an, dass sie sich vorstellen können, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, unter den jungen Deutschen dagegen schon 30 Prozent. Es wurde sichtbar, dass Österreicher und Schweizer insgesamt wechselfreudiger sind, als Deutsche und Franzosen.

Großes Informationsdefizit über nachhaltige Bankprodukte

Die Umfrage ergab, dass der Großteil der Kunden mit rund 65 Prozent nicht weiß, ob die eigene Bank nachhaltige Bankprodukte anbietet. In Deutschland liegt der Anteil sogar bei 67 Prozent. Im Vergleich zu 2020 verschlechterte sich die Informationslage. Auch hinsichtlich des Themas Nachhaltigkeitsranking von Banken ist die Unwissenheit sehr groß. In diesem Fall geben in allen Ländern stolze 90 Prozent der Befragten an, nicht über das Nachhaltigkeitsranking ihrer Bank Bescheid zu wissen.

Thomas Steiner, globaler Leiter Banken & Capital Markets bei BearingPoint.

Die Kommunikation der Banken zu nachhaltigen Finanzprodukten ist ausbaufähig. Denn knapp zwei Drittel der Bankkunden wissen nicht, ob die eigene Bank nachhaltige Finanzprodukte anbietet. Und der Anteil der Uninformierten ist im letzten Jahr sogar noch gewachsen. Es kann nicht im Interesse der Banken sein, dass für einen Großteil ihrer Kunden nachhaltige Finanzprodukte quasi eine Blackbox sind. Und das auch noch vor dem Hintergrund, dass die Nachhaltigkeit der eigenen Bank für die Hälfte der Kunden wichtig ist. Hier sind die Banken also dringend gefordert, aktiver auf die eigene Kundschaft zuzugehen und stärker über nachhaltige Finanzprodukte zu informieren.

Thomas Steiner, globaler Leiter Banken & Capital Markets bei BearingPoint

Über die Studie

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag von BearingPoint, an der über 5.000 Personen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Studie wurde in Deutschland, Österreich und Schweiz bereits zum zweiten Mal durchgeführt sowie erstmalig in Frankreich.

  • Infografik Sustainable Finance
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