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Open Source Governance ist Teil der IT-Governance und konzentriert sich auf die besonderen Aspekte, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Nutzung und Verwaltung von OSS stehen. Open Source Governance soll sicherstellen, dass quelloffene Systeme im Einklang sind mit den erklärten Zielen, Strategien und dem Risikoprofil des Unternehmens.

In vielen Firmen war die Verwendung von Open-Source-Komponenten in der IT-Anwendungsentwicklung entweder verboten oder weitgehend unkontrolliert – oder beides. Aber dies konnte die rasante Ausbreitung und Nutzung nicht verhindern. Eine Fülle von Open-Source-Code, der im Internet zur Verfügung steht, kann von Entwicklern frei und kreativ genutzt werden – und dies oft ohne formelle Erfassung. Trotz der eher halbherzigen Unterstützung durch Unternehmensführungen hat Open Source bereits den Tipping Point erreicht: Im Januar 2011 befragte Gartner 547 IT-Führungskräfte und berichtete, dass die von IT-Organisationen implementierte Software zu gleichen Anteilen aus Open Source und intern entwickeltem Code bestand. Innovative Technologieunternehmen nutzen zwischen 60 und 80 Prozent quelloffene Software. Da sie sich inzwischen deutlich mehr Vorteile von Open Source versprechen, steigt der Anteil noch.

Die ungenutzten Potenziale von quelloffener Software bieten große Einsparmöglichkeiten bei den Entwicklungsinvestitionen. In der Regel nutzen Kunden diese Potenziale – mit schmalen oder rückläufigen Entwicklungsbudgets – in Bereichen, mit denen die Wertschöpfung im Wettbewerb realisiert werden kann. Abgesehen von der internen Nutzung quelloffener Software, floriert auch bei den meisten Outsourcing-Entwicklern der Einsatz von Open-Source-Code. Dies schafft jedoch bei den Unternehmen zusätzliche Eingangspunkte und erhöht die Komplexität der Systeme und deren Verletzbarkeit.

Da Open Source Software trotz der weiten Verbreitung traditionell unkontrolliert eingesetzt wird, wächst die Notwendigkeit von Transparenz und Kontrolle durch die Unternehmensführung, sodass nun formale Regeln für quelloffene Systeme dringend erforderlich sind. Mark Driver, leitender Analyst für Open Source bei Gartner, meinte kürzlich zu dieser Entwicklung: „Open Source ist allgegenwärtig, und das ist unvermeidlich ... Richtlinien, die sich gegen quelloffene Systeme richten, sind kontraproduktiv und führen zu Wettbewerbsnachteilen." Gartner prognostiziert, dass „50 Prozent der Global-2000-Unternehmen bis 2014 aufgrund fehlender Regeln für quelloffene Systeme großen Herausforderungen gegenüberstehen werden – bei Technologie, Kosten und Sicherheit." Für Unternehmensführungen wird es immer dringender, sich der Realität heutiger Softwareentwicklung zu stellen und Open Source Governance zu praktizieren.

Publikation in englischer Sprache