Wachstumspotenziale durch Smart Metering –
Erfüllt das Angebot der Messstellenbetreiber die Erwartungen der Endkunden?

2016 wurde das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) verabschiedet. Wesentlicher Bestandteil ist das neue Gesetz über den Messstellenbetrieb (MsbG). Seit Januar 2020 gilt für Energieversorger die gesetzliche Verpflichtung zum Einbau von intelligenten Messsystemen.

Intelligente Messsysteme bieten für Kunden, Energieversorger und externe Marktteilnehmer große Chancen. Sie liefern über einen sicheren Kommunikationskanal deutlich mehr Daten als herkömmliche analoge oder digitale Zähler. Dadurch verbessern sie die Customer Experience erheblich. Außerdem ist die Einführung neuer Produkte möglich.

Durch die Schaffung der neuen Marktrolle des wettbewerblichen Messstellenbetreibers (wMSB) zusätzlich zum grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) entsteht zudem ein Wettbewerb um Messstellen.

Die vorliegende Stadtwerke-Studie „Marktanalyse Messstellenbetrieb“ vergleicht insbesondere die Erwartungen der Endkunden mit den Einschätzungen der Anbieter. So wird deutlich, ob sich die Ausrichtung der Anbieter mit den Kundenwünschen deckt.

Auf der Kundenseite haben wir uns auf die Erwartungen in folgenden Bereichen konzentriert: Energietransparenz, Komfort, Energieservices und dezentrale Erzeugungsanlagen sowie häusliche Sicherheit.

Auf der Anbieterseite wurden wettbewerbliche Messstellenbetreiber um ihre Einschätzung zur Zahlungsbereitschaft der Kunden gebeten. Außerdem wurden geplante Vertriebskanäle, die Marktpositionierung, mögliche Barrieren sowie die Strategie abgefragt.

Einige Ergebnisse nachfolgend im Überblick:

  • Eine höhere Energietransparenz und mehr Komfort sind wichtige Argumente für intelligente Messtechnik – sowohl auf Kunden- als auch auf Anbieterseite.

  • Die Nachfrage nach Produkten zur Verbesserung der Energieeffizienz ist größer als das Angebot.

  • Die Mehrheit der Kunden würde ihre Heizung gern fernsteuern können. Nur wenige Anbieter planen hierfür aktuell Lösungen.

  • Intelligente Messtechnik ermöglicht mehr häusliche Sicherheit. Dieser Vorteil wird bisher nur von wenigen Anbietern ausgeschöpft.

  • Endkunden trauen am ehesten den großen Energiekonzernen den Einsatz intelligenter Messtechnik zu. Sie werden auch als wichtigster Konkurrent auf Anbieterseite wahrgenommen.

  • Die wichtigsten Zielgruppen der wMSBs sind Filialisten und die Wohnungswirtschaft. Beim Vertrieb setzen sie vor allem auf klassische Kanäle: Pressearbeit und Kooperationen.

  • Mehr als die Hälfte der Kunden kennen die Kosten ihres Messstellenbetriebs nicht. Und nur wenige wissen, dass sie den Messstellenbetreiber wechseln können.


Weitere Ergebnisse unter anderem zu Strategie, Herausforderungen und Positionierung der wMSBs können Sie der aktuellen Studie entnehmen, die weiter unten für Sie zum Download bereitsteht.

Marion Schulte, Leiterin Utilities Deutschland bei BearingPoint

„Intelligente Messtechnik erleichtert den Umbau des Energiesystems hin zu mehr erneuerbaren Energien. Sie ermöglicht einen gleichbleibenden Energiefluss trotz Schwankungen bei der Erzeugung und im Verbrauch. Deshalb ist das Thema so wichtig. Wir haben bewusst sowohl die Kunden- als auch die Anbieterseite befragt, um beide Positionen miteinander zu vergleichen. Was sich zeigt: Es bestehen teils größere Differenzen zwischen beiden Seiten. Deshalb liegt aus unserer Sicht der Schlüssel zum Erfolg im Smart Energy Bereich genau darin, beide Positionen zum Nutzen aller in Einklang zu bringen.

Marion Schulte, Leiterin Utilities Deutschland bei BearingPoint


In der aktuellen Stadtwerke-Studie 2021 „Marktanalyse Messstellenbetrieb“ wurde überprüft, ob die Angebote der deutschen Energiewirtschaft auf die Kundenerwartungen und -bedürfnisse ausgerichtet sind. Hierzu wurden mehr als 1.000 private Endkunden und mehr als 30 Unternehmen der Energiewirtschaft befragt und die Antworten gegenübergestellt. Bei der Befragung der Endkunden wurden ausschließlich Personen mit einer hohen Affinität zum Thema Energie ausgewählt.

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Wenn Sie mehr über diese Publikation erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Experten, die gerne von Ihnen hören.

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