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EnWG Ledger hilft der Energiewirtschaft, das von der Bundesnetzagentur geforderte Reporting über strukturierte, vorgegebene Berichtsformulare den überprüfbaren Nachweis des für die Strom- und Gasdurchleitung kalkulierten Netzentgelts zu erbringen.

Ziele des Projekts

Die Energiewirtschaft wurde von der Bundesnetzagentur verpflichtet, über strukturierte, vorgegebene Berichtsformulare den überprüfbaren Nachweis des für die Strom- und Gasdurchleitung kalkulierten Netzentgelts zu erbringen.

Unser Kunde, enercity (Stadtwerke Hannover AG), hat diese Herausforderung erkannt und im Rahmen der Einführung des SAP Neuen Hauptbuchs ein eigenes EnWG Ledger eingeführt. Somit können die Daten für das BNetzA-Reporting, nach Gas und Strom getrennt, umfänglich aus SAP zur Verfügung gestellt werden. Die entwickelte Optimierungslösung soll hinsichtlich Datenvalidität, Prozesssicherheit, Kosten und Flexibilität bei veränderten Anforderungen durch die BNetzA nachhaltigen Nutzen schaffen.

Die Vorgehensweise von BearingPoint

Bei der Einführung von EnWG Ledger verfolgten BearingPoint und enercity einen ganzheitlichen Ansatz. Die von der BNetzA definierte Meldetiefe der Daten nach vorgegebenen Anlagegruppen in FI–AA und Konzessionsgebieten für den Strombereich sowie nach Materialarten für den Gasbereich erforderten die Anpassung der Datenerfassung in Bestellabläufen technischer Bereiche. Ziel war die Berücksichtigung der von BNetzA geforderten Detailtiefe bereits in der Bestellanforderung bei der Bestellung neuer Anlagen. Hieraus resultierende Änderungen der logistischen Prozesse wurden detailliert untersucht und prozessual sowie organisatorisch umgesetzt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Projektaktivitäten war die Restrukturierung bestehender Anlagen in SAP, die die BNetzA-Anforderungen ebenfalls erfüllen müssen. Durch Vergabe von Anlagenunternummern wurden relevante Stammsätze mit Beginn des Geschäftsjahres 2012 gemäß BNetzA-Vorgaben aufgeteilt: Jeder Anlage wurde eine BNetzA-Anlagengruppe und eine Zuordnung zu enercity-Konzessionsgebieten zugewiesen und in SAP entsprechende Ordnungsbegriffe definiert. Mit der Aufteilung von das Rohrleitungsnetz im Bereich Gas repräsentierenden Anlagen nach Materialart und Konzessionsgebiet sind die von BNetzA geforderten Detailangaben verfügbar. Ergänzend wurden neue Bewertungsbereiche eingeführt, mit denen für jede Anlage indizierte Werte nach BNetzA-Indexreihe, WIBERA-Indexreihe und nicht indizierte Wiederbeschaffungswerte ermittelt werden können.

Mit dem EnWG Ledger des Neuen Hauptbuchs ist nur der nicht indizierte EnWGBewertungsbereich, sowie der technisch notwendige Delta-Bewertungsbereich der Anlagenbuchhaltung verbunden. Die indizierten Bewertungsbereiche werden statistisch geführt. Im Falle einer notwendigen Anpassung der Indexreihe(n) bietet diese Lösung maximale Flexibilität – ohne erforderliche automatische Anpassungsbuchungen. Da indizierte Werte nicht automatisch in das Neue Hauptbuch übertragen werden, sind zum gegebenen Stichtag manuelle Anpassungsbuchungen indizierter Werte im EnWG-Ledger erforderlich.

Messbare und nachhaltige Ergebnisse

Das Ergebnis ist für die Energieversorger wirtschaftlich hoch relevant; der Prozess der Datengewinnung und -aufbereitung zu diesem Zweck ist bei zahlreichen Unternehmen jedoch mit umfangreicher manueller Tätigkeit verbunden und umfasst unterschiedliche Datenquellen – die mangelnde Transparenz der angewendeten Methodik führt nicht selten zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Unternehmen und BNetzA.

Alle Anforderungen an die Datenstruktur wurden im SAP-Standard mit der Ledger-Lösung im Neuen Hauptbuch umgesetzt. Mittels definierter Datenstrukturen konnte die Fremdkapitalquote pauschaliert über das Gesamtanlagevermögen angesetzt werden. Jeder Anlagenstammsatz wird mit einem festen Fremdkapitalanteil bewertet und einem anteiligen indizierten Wiederbeschaffungswert angesetzt. Die Ergebnisberechnung erfolgt in einem speziell für diese Zwecke definierten Reporting-Tool in EnWG Ledger, das eine an der BNetzA-Gliederung und -Strukturierung orientierte Ergebnisliste liefert.

Das Reporting-Tool erfüllt folgende Anforderungen:

  • Berichtsselektion (Gas oder Strom)
  • für die Anlagen allgemeiner Bereiche kann ein Prozentsatz eingegeben werden
  • mit dem die Werte anteilig auf Strom und Gas verteilt werden
  • frei definierbare Fremdkapitalquote
  • hinterlegbare Formel zur Berechnung der Aufwertungen
  • nach BNetzA- oder WIBERA-Index selektierbare Indizierung
  • es werden nur Anlagen ausgewiesen, die am Berichtsjahresende noch nicht deaktiviert sind
  • frei wählbare Konzessionsgebiete
  • nach BNetzA-Gruppen selektierbare Anlagen
  • Berücksichtigung der SAP-Standardselektionen nach Anlagenklasse, Nummer, Bewertungsbereich

Das Reporting-Tool liefert alle Werte für die definierten Geschäftsvorfälle.

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