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Lean 4.0 - Schlank durch Digitalisierung

Von der Sendungsverfolgung in Echtzeit über autonome Fertigungsroboter bis hin zur industriellen Einzelfertigung – die Digitalisierung in der produzie­renden Industrie ist bereits allgegenwärtig. Welche Potenziale genau stecken aber hinter dem Paradigmenwechsel in eine Industrie 4.0 und inwiefern hängen schlanke Geschäftsprozesse und der Innovationsgrad eines Unternehmens eigentlich zusammen? Diese Fragestellungen haben wir mithilfe einer Online-Studie untersucht. Wir zeigen auf, welche digitalen Innovationen heute bereits in der Industrie verwendet werden und welche besonders großes Potenzial haben, um Lean Management-Methoden voranzutreiben. Zudem untersuchen wir, inwieweit Unternehmen in der produzierenden Industrie ihre Prozesse bereits schlank organisieren.

Lean Management als ein wesentlicher Erfolgsfaktor
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass der digitale Fortschritt einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Umsetzung von Lean Management leistet, was wiederum einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Implementierung der Industrie 4.0 darstellt. Laut Studie bestätigen mehr als zwei Drittel der Befragten (72 Prozent) das Potenzial der Digitalisierung, Geschäftsprozesse weiter und nachhaltig zu verschlanken. Dennoch befinden sich viele Unternehmen noch in der Anfangs- und Lernphase der Umsetzung von digitalen Technologien und Lean Management-Methoden. Als größte Hindernisse gelten unflexible Prozesse (26 Prozent) und hierarchische Strukturen (21 Prozent). Weitere Herausforderungen stellen konservative Unternehmensstrategien und limitierte finanzielle Ressourcen (jeweils 12 Prozent) dar.

Unterschiedliche Ausprägung nach Funktionsbereich
Die Studienergebnisse weisen signifikante Unterschiede in Bezug auf Potenzialerkenntnis und Reifegrad des Lean Managements in den vier untersuchten Fokusbereichen auf:

Einkauf: Größtes Potenzial, hoher Nachholbedarf
Das größte Potenzial zur weiteren Verschlankung der Prozesse durch Digitalisierung wird im Einkaufsbereich gesehen. Dies bestätigten acht von zehn Unternehmen (83 Prozent). Das Potenzial von Risikowarnungen, digitalen Plattformen und elektronischen Lieferantenanalysen wird mit über 97 Prozent als hoch bis sehr hoch bewertet. Diese Technologien sind jedoch bisher kaum im Einsatz. Operative Prozesse sind heute erst bedingt verschlankt. Die Verwaltung von Verträgen sowie die Bestellabwicklung von Materialien sind nur teilweise oder gar nicht „lean“ organisiert (jeweils 72 Prozent).

Produktion: Hohe Relevanz von Echtzeit- und Big Data-Technologien
Zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) sehen Potenzial, die Produktionsprozesse durch digitale Innovationen weiter zu verschlanken. Dabei spielen Sensorentechnologien und Echtzeit-Produktionsüberwachung eine bedeutende Rolle. Allerdings sind Sensorentechnologien nur bei 56 Prozent und Echtzeit-Lösungen nur bei knapp der Hälfte im Einsatz. Immerhin nutzen fast zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Unternehmen heute schon Big Data-Analysen. Aufgrund der Komplexität in der Produktionsplanung haben 57 Prozent der Unternehmen diesen Bereich noch nicht schlank organisiert.

Logistik: Intralogistik als Vorreiter für schlanke Prozesse
Die Produktionslogistik ist schon bei drei Viertel der Unternehmen (77 Prozent) und die interne Werkslogistik bei mehr als der Hälfte (57 Prozent) im größten Teil „lean“ organisiert. Nachholbedarf besteht vor allem in der Retourenlogistik, deren Prozesse bei 75 Prozent nur teilweise oder gar nicht verschlankt sind. Großes Potenzial wird auch in diesem Bereich in Big Data-Technologien gesehen und dennoch planen nur 17 Prozent deren Umsetzung. Die technischen Bedingungen hierfür sind bei den meisten Unternehmen vorhanden. 59 Prozent der Unternehmen setzen bereits auf Scanner und Tablets bei der Durchführung von lagerinternen Aktivitäten.

Vertrieb: Big Data-Analysen und digitale Kunden-Kommunikation dominieren den Vertrieb
Wie in Logistik und Produktion wird auch hier das Potenzial von Big Data-Analysen als hoch eingeschätzt. In Bezug auf die Implementierung zeigt sich aber ein ähnliches Bild wie in den anderen Bereichen: Nur 29 Prozent verwenden aktuell Systeme zur Verarbeitung von großen Datenmengen. Digitale Berührungspunkte mit den Kunden, wie zum Beispiel Customer Service Chatplattformen, werden immerhin bereits von mehr als der Hälfte der Unternehmen (58 Prozent) verwendet. Insgesamt sind die Vertriebsprozesse derzeit relativ schlank organisiert. Der größte Fortschritt ist in der Rechnungsstellung und -bearbeitung sowie in der Erstellung und Verteilung von Produktinformationen zu beobachten.

Branchenbenchmark für Ihr Unternehmen
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