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Der Weg zur agilen Behörde ist insgesamt noch weit. Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Studie, für die rund 70 Institutionen der öffentlichen Verwaltung in Deutschland befragt wurden. Demnach äußert nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Befragten, agile Ansätze in der Verwaltung bereits zu registrieren. Die Erfahrungen mit diesen agilen Initiativen zeigen darüber hinaus, dass neben kollaborativen und projektbezogenen Hürden besonders rechtliche Rahmenbedingungen die Umsetzung solcher Maßnahmen erschweren. Mit der Forderung nach mehr ressortübergreifender Interaktionsunterstützung mithilfe von Kollaborationsplattformen korrespondieren die Erwartungen an die Verwaltungs-IT in weiten Teilen mit den identifizierten Hemmnissen zur Umsetzung agiler Initiativen. Aus Sicht der Befragten sind insbesondere Workflow Management-, Kollaborations- und Wissensmanagement-Plattformen die tragenden Lösungen zu mehr Agilität in der Verwaltung; kurz: Digitalisierung vor Agilisierung.

Dabei wäre Agilität in der öffentlichen Verwaltung ein dringendes Gebot der Stunde. Denn genau wie Wirtschaftsunternehmen stehen Behörden vor der Herausforderung, immer schneller auf veränderte Umwelt- und Rahmenbedingungen sowie auf immer komplexere wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge reagieren zu müssen. Immer dringlicher werden daher Themen wie die schnelle Anpassung und Reaktion sowie der Umgang mit der Komplexität in der täglichen Arbeit. „Agilität“ oder „Business Agility“ rückt als ein denkbarer Ansatz zunehmend in den Fokus der Verwaltungsmodernisierung. Das ursprünglich aus dem IT-Teilgebiet der Softwareentwicklung stammende Vorgehen zeichnet sich durch den verringerten bürokratischen Aufwand, wenige, stringente Regeln und iteratives Vorgehen aus.

Handlungsempfehlungen:

  • Das „Dienst- und Tarifrecht“ sollte im Hinblick auf dessen Eignung und Anpassung zur Einrichtung agiler Arbeitsstrukturen überprüft werden. 
  • Die im Zuge des E-Government-Gesetzes vom Normenkontrollrat geforderte ressortübergreifende Umsetzungsstrategie sollte weiterentwickelt werden. 
  • Eine Agilitätsstrategie zur Stärkung des Methodenverständnisses ist parallel und in Kombination mit der ressortübergreifenden Umsetzung zu entwickeln. 
  • Die Verwaltungs-IT sollte hinsichtlich Anpassungsfähigkeit und Kundenorientierung gestärkt werden.

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